Was du in Paris essen solltest: Ein Guide zur französischen Küche

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Die französische Küche gilt als anspruchsvoll und teuer. Doch das Beste, was Paris zu bieten hat, ist das Gegenteil: einfache Gerichte, gut zubereitet, an Orten, an denen man sie seit Jahrzehnten serviert. Dieser Guide zeigt dir, was du in Paris essen solltest – von Vorspeisen und kräftigen Schmorgerichten über den Käsegang bis hin zu Bäckereien, Patisserien und klassischen Desserts. Dazu kommen regionale Spezialitäten und Streetfood, für die sich ein Umweg lohnt. Er basiert auf dem, was wir auf unserer eigenen Reise gegessen haben, und enthält auch die Gerichte, die in keinem Guide zur französischen Küche fehlen sollten. Alles Weitere zur Stadt findest du in unserem Paris-Reiseführer.

Vorspeisen und kleine Gerichte

Ein französisches Essen beginnt oft mit etwas Kleinem und Würzigem. Zu den Klassikern gehören Escargots, in Knoblauch-Petersilienbutter gebackene Schnecken, und Soupe à l’oignon gratinée, Zwiebelsuppe mit einer Decke aus geschmolzenem Käse. Wurst- und Pastetenplatten gibt es überall: Terrinen, Rillettes, getrocknete Saucisson und Foie gras, wenn das für dich passt. In Brasserien und an der Küste findest du auch Austern und andere Meeresfrüchte, kalt auf Eis serviert.

Salate machen als Vorspeise oder leichtes Mittagessen eine gute Figur. Salade niçoise gibt es mit Thunfisch, Ei, Oliven und Bohnen; Salade de chèvre chaud ist warmer Ziegenkäse auf Toast, serviert auf angemachtem Blattsalat. Wenn die Küche ein richtig gutes Käse- oder Kräutersoufflé auf der Karte hat, bestell es – wegen des Auftritts genauso wie des Geschmacks.

In vielen Bistros stehen noch immer die einfachen Vorspeisen auf der Karte, mit denen die Einheimischen aufgewachsen sind: Œuf mayonnaise, ein gekochtes Ei unter einer Haube aus Mayonnaise, Poireaux vinaigrette, kalter Lauch mit Senfdressing, und Céleri rémoulade, geriebener Knollensellerie in einer cremigen Sauce. Sie kosten wenig und verraten dir schnell, ob sich eine Küche Mühe gibt.

Eine Wurst- und Pastetenplatte ist schon eine ganze Mahlzeit: Rillettes zum Streichen, Scheiben von Saucisson und Jambon, eine grobe Landpastete oder ein Stück Pâté en croûte. Das ist die unkomplizierte Wahl, wenn du Wein und ein paar Häppchen möchtest statt eines ganzen Tellers.

Schnecken und Froschschenkel

Die beiden Gerichte, die dem Ruf der französischen Küche als besonders abenteuerlich ihren Ursprung geben, sind Escargots und Cuisses de grenouille, also Froschschenkel. Für uns riechen die Schnecken nach Schalentieren – nach der Art von Meeresfrüchte-Vorspeise, die wir oft in den Izakayas rund um Koenji gegessen haben, als wir in Japan lebten. Froschschenkel kannten wir schon aus der chinesischen Küche. Sie riechen wie gutes Hähnchenfleisch und schmecken auch ähnlich. Beides ist vor allem ein Träger für reichlich Knoblauchbutter – bestell es also zum Teilen als Vorspeise.

A plate of frog legs in garlic butter in France
Froschschenkel, milder als ihr Ruf – und vor allem eine Sache der Knoblauchbutter.

Meeresfrüchte und Austern

Brasserien nehmen Meeresfrüchte ernst. In den kälteren Monaten öffnen die Stände vor dem Lokal Austern auf Bestellung. Ein plateau de fruits de mer ist die ganze Pracht auf einmal: Austern, Crevetten, Krabben, Wellhornschnecken und Muscheln, auf zerstoßenem Eis angerichtet. Austern, auf Französisch huîtres, isst man traditionell in den Monaten, deren Namen ein R enthalten – vom Herbst bis in den Frühling. Coquilles Saint-Jacques, also Jakobsmuscheln, werden meist kurz angebraten oder in der Schale gebacken. Wenn du noch nie rohe Austern probiert hast, fang mit ein paar Stück an, gib etwas Zitronensaft darüber und gönn dir ein Glas gekühlten Weisswein.

Diese Hauptgerichte solltest du kennen

Steak frites und Steak tartare

Steak frites ist französisches Comfort Food: ein gutes Stück Rindfleisch, ein Berg dünner Pommes frites und dazu eine Sauce oder Kräuterbutter. Manche Lokale haben sich damit einen Namen gemacht und servieren ein einziges Stück Fleisch, immer auf dieselbe Art zubereitet, mit Pommes frites zum Nachnehmen. Viel falsch machen kann man dabei kaum – und wenn es gut gemacht ist, ist es richtig fein.

A plate of steak and fries at Le Relais de l Entrecote in Paris
Steak frites wie aus dem Bilderbuch: ein Stück Fleisch und Pommes frites zum Nachnehmen.

Steak tartare ist das rohe Gegenstück: von Hand gehacktes oder gewolftes Rindfleisch, gewürzt und mit denselben Pommes frites serviert. Wenn du noch nie rohes Rindfleisch gegessen hast, probier es am besten in einer Brasserie, wo es frisch auf Bestellung zubereitet wird – und nicht in einem Touristenlokal.

A plate of steak tartare at Le Train Bleu in Paris
Steak tartare, das rohe Pendant zu Steak frites.

Moules frites und herzhafte Schmorgerichte

Moules frites – ein Topf Miesmuscheln, die in Weisswein oder einer cremigen Brühe gedämpft werden, dazu Pommes frites – ist genau das Richtige, wenn du etwas Grosszügiges möchtest, ohne viel Fleisch zu essen. Du isst die Muscheln mit den Händen und tunkst Brot in die Brühe.

A pot of moules frites with mushrooms in Paris
Moules frites: grosszügig portioniert und dafür gedacht, mit den Händen gegessen zu werden.

Das Herz der französischen Wohlfühlküche sind langsam geschmorte Gerichte. Bei Boeuf bourguignon schmort Rindfleisch mit Pilzen und Zwiebeln in Rotwein, bei Coq au vin passiert dasselbe mit Poulet. Blanquette de veau ist ein helles, cremiges Kalbsragout, Pot-au-feu ein gekochter Eintopf mit Rindfleisch und Gemüse und Cassoulet ein reichhaltiger Auflauf mit weissen Bohnen, Wurst und Ente aus dem Südwesten. Ente kommt überall auf den Tisch: Für Confit de canard wird die Keule langsam im eigenen Fett gegart, während Magret de canard eine rosa gebratene Entenbrust ist.

A braised lamb main course at Le Train Bleu in Paris
Langsam gegartes Lamm – ein herzhaftes Hauptgericht, wie es Bistros gut können.

Leichtere Hauptgerichte und Klassiker für jeden Tag

Es muss nicht immer deftig sein. Sole meunière ist ein ganzer Fisch, der in Nussbutter und Zitrone in der Pfanne gebraten wird. Ein richtiges französisches Omelett, innen noch weich, ist ein stiller Prüfstein für eine gute Küche. Quiche Lorraine, der Speck-Ei-Kuchen, ist ein verlässliches Mittagessen. Der Croque monsieur – gegrillter Schinken und Käse, mit Béchamel und noch mehr Käse überbacken – ist der klassische Snack im Pariser Café. Beim Croque madame kommt noch ein Spiegelei obendrauf. Ratatouille, der langsam gegarte Gemüseeintopf aus der Provence, ist der Klassiker ohne Fleisch.

Herzhafte Hauptgerichte und Braten

Wenn dir der Sinn nach etwas Deftigem steht, halte Ausschau nach Steak au poivre in Pfefferrahmsauce, einer Côte de boeuf zum Teilen, die am Tisch tranchiert wird, oder einem einfachen Poulet rôti – Brathähnchen mit Kartoffeln, die im Bratensaft gegart werden. Hachis parmentier ist die französische Version des Shepherd’s Pie, und Gratin dauphinois – langsam in Rahm und Knoblauch gebackene Kartoffeln – ist die Beilage, die dem Hauptgericht ganz still die Show stiehlt. Ein Gigot d’agneau, eine gebratene Lammkeule, ist der Sonntagsklassiker.

Für Experimentierfreudige: Innereien und kräftige Aromen

In Frankreich werden Innereien nicht versteckt, und sie zu probieren gehört hier ganz selbstverständlich zum Essen dazu. Andouillette ist eine grobe Kuttelwurst mit kräftigem Geruch, über die sich selbst die Einheimischen nicht einig sind. Boudin noir ist Blutwurst, die oft mit weich gekochtem Apfel serviert wird. Tête de veau, Kalbskopf, und Tripes, Kutteln, stehen nach wie vor auf traditionellen Speisekarten. Das ist nicht jedermanns Sache, aber eine gut zubereitete Variante schmeckt ganz anders, als man es sich vorstellt.

Regionale Gerichte, nach denen es sich lohnt, Ausschau zu halten

In Paris kommen Spezialitäten aus allen Regionen zusammen. So kannst du dich durch das ganze Land essen, ohne die Stadt zu verlassen. Aus dem Südwesten stammen Cassoulet und Ente in all ihren Varianten. Aus Marseille kommt Bouillabaisse, ein Safranfischeintopf, der mit Rouille und Croûtons serviert wird. Aus dem Elsass kommen Choucroute garnie, Sauerkraut mit Würsten und Schweinefleisch, und Flammekueche, ein hauchdünner Fladen mit Rahm, Zwiebeln und Speck. Aus den Bergen Savoyens stammt das Trio aus geschmolzenem Käse: Fondue, Raclette und Tartiflette – besonders gut schmecken sie bei kaltem Wetter. Aus der Bretagne kommen herzhafte Buchweizen-Galettes und süsse Crêpes.

Wenn du etwas genauer hinschaust, wird die Liste der regionalen Spezialitäten immer länger. Aligot aus dem Aubrac ist Kartoffelstock, der mit Käse so lange aufgeschlagen wird, bis er Fäden zieht. Aus Nizza kommen Socca, ein Kichererbsenfladen, und Pissaladière, ein Zwiebel-Anchovis-Kuchen. Das Baskenland steuert Piperade bei: Paprika und Tomaten, die mit Ei und Schinken eingekocht werden. Zu den Galettes aus der Bretagne trinkst du am besten Cidre, kalt in einer Schale serviert, statt Wein.

Käse – der Gang vor dem Dessert

In Frankreich ist Käse ein eigener Gang, der nach dem Hauptgericht und vor oder statt des Desserts serviert wird. Eine Käseplatte reicht meist von mild bis kräftig: ein weicher Brie oder Camembert, ein fester Comté oder Cantal, ein würziger Ziegenkäse und ein Blauschimmelkäse wie Roquefort. Iss den Käse mit Brot statt mit Crackern und bestell ihn nicht gleich zu Beginn des Essens. Wenn ein Restaurant einen reich bestückten Käsewagen an den Tisch schiebt, ist das ein gutes Zeichen.

Brot und Bäckerei

In Paris frühstückt man in einer Bäckerei, nicht am Hotelbuffet. Baguette gehört hier jeden Tag dazu und schmeckt am besten am Tag, an dem es gebacken wurde. Ein gutes Croissant sollte beim Reinbeissen zerblättern und nach Butter statt nach Zucker schmecken. Pain au chocolat und das Mandelcroissant sind die beiden anderen Gebäcke, die du probieren solltest. Brioche, weich und mit Butter und Ei angereichert, liegt irgendwo zwischen Brot und Kuchen. Kauf in einer Boulangerie mit einer Schlange Einheimischer ein, liegst du selten falsch.

A fresh French croissant from a Paris bakery
Ein richtiges Croissant zerblättert beim Reinbeissen und schmeckt nach Butter.

Auch abseits des Croissants lohnt es sich, das übrige Viennoiserie-Angebot durchzuprobieren: Pain aux raisins, den mit Apfel gefüllten Chausson aux pommes, den Kouign-amann, einen karamellisierten Butterkuchen aus der Bretagne, sowie Palmier und Financier als kleine Begleiter zum Kaffee. Bestell ein Baguette tradition statt des gewöhnlichen Baguettes – allein an der Kruste schmeckst du den Unterschied.

Gebäck und Desserts

Schon wegen der Patisserie lohnt sich eine Reise nach Frankreich. Die Schaufenster der Pâtisserien sind voller kleiner, präziser Kunstwerke, die genauso schön anzusehen wie zu essen sind. Bei einer geführten kulinarischen Tour kannst du an einem Vormittag viele davon probieren, ohne dich auf gut Glück entscheiden zu müssen.

Diese Gebäcke solltest du zuerst probieren

Beginne mit dem Macaron: zwei Mandel-Baiserhälften mit Ganache oder Buttercreme dazwischen, gleichzeitig luftig und zäh – und nicht zu verwechseln mit dem Kokosmakronen. Das Mille-feuille, wörtlich «tausend Blätter», besteht aus knusprigem Blätterteig mit Vanillecreme und wird manchmal auch Napoleon genannt. Éclair und die runde Religieuse sind Brandteiggebäck, gefüllt mit Schokoladen- oder Kaffecreme. Paris-Brest, ein Brandteigring mit Pralinencreme, und Saint-Honoré, mit Karamell und Creme, sind die Meisterstücke. Zu den kleineren Leckereien gehören das Canelé, ein karamellisierter Puddingkuchen aus Bordeaux mit dunkler Kruste, und die Madeleine, der kleine Biskuit in Muschelform.

Saisonale Kuchen und süsse Meisterstücke lohnen ebenfalls einen zweiten Blick: der Fraisier mit Erdbeeren und Creme im Sommer, die Tarte Tropézienne, eine mit Creme gefüllte Brioche von der Riviera, und der Opéra, mit dünnen Schichten aus Mandelbiskuit, Kaffee-Buttercreme und Schokolade. Chouquettes, kleine Brandteiggebäcke mit Hagelzucker, sind der günstige Bäckerei-Snack, den du tütenweise kaufen und auf dem Heimweg essen kannst.

Die klassischen Desserts

Die Desserts auf den Restaurantkarten sind einfacher und genauso gut. Crème brûlée kommt mit einer knackigen Schicht aus gebranntem Zucker, Tarte Tatin ist ein umgedrehter Apfelkuchen mit karamellisierten Äpfeln, und Profiteroles werden mit warmer Schokolade übergossen. Tarte au citron ist die säuerliche Wahl, Opéra der üppige Klassiker, und Île flottante, eine Baiserwolke auf Vanillecreme, der leichteste Abschluss.

A classic French dessert at Le Relais de l Entrecote in Paris
Eine kurze Dessertkarte, auf der alles richtig gemacht ist, ist besser als eine lange, die lieblos zusammengestellt wurde.

Crêpes verdienen eine besondere Erwähnung. Dünn und mit Zucker, Zitrone, Schokolade oder Konfitüre gefüllt, findest du sie überall – in gemütlichen Crêperien genauso wie an Verkaufsfenstern an der Strasse. Crêpe Suzette, die am Tisch mit Orange und Likör flambiert wird, ist die festliche Variante.

Ein paar weitere Desserts machen jede Karte komplett, die etwas auf sich hält: Mousse au chocolat, dicht und dunkel, Clafoutis, ein gebackener Teig mit Kirschen, Baba au rhum, ein mit Rum getränkter Biskuit, und Far breton, ein dicker Pflaumenflan aus der Bretagne. Keines davon ist kompliziert, und alle gehören zu den Dingen, die eine gute Küche ganz selbstverständlich gut hinbekommt.

Streetfood und kleine Snacks

Nicht jedes Essen findet am Tisch statt. Das Jambon-beurre – Schinken und gute Butter in einem frischen Baguette – ist Fast Food der ersten Stunde und noch immer eines der besten günstigen Mittagessen der Stadt. Crêpes und Galettes gibt es direkt an den Ausgabefenstern, und in Le Marais sind die Schlangen vor den Falafelständen längst eine Pariser Institution. Ein Stück Quiche oder Tarte aus einer Boulangerie ist ein feines Mittagessen auf einer Bank an der Seine.

Märkte, Bäckereien und Essen zum Mitnehmen

Manches der besten Essen in Paris wird gekauft und nicht bestellt. Auf den überdachten und den Freiluftmärkten, den marchés, kaufen die Einheimischen Käse, Brot, Obst und Brathähnchen; viele Märkte finden mehrmals pro Woche am Vormittag statt. Eine gute Fromagerie schneidet den Käse nach deinem Geschmack, verpackt ihn und verrät dir, welcher heute reif ist. Stell dir bei einer Boulangerie, einer Fromagerie und einem Marktstand eine Tasche mit Leckereien zusammen – und schon hast du ein Picknick an der Seine oder auf einer Parkbank, das fürs Geld mehr bietet als die meisten Restaurants.

Was du trinken solltest

Wein ist die naheliegende Wahl, und der Hauswein im Glas oder im Pichet ist meist gut und günstig. Ein Kir, Weisswein mit Crème de cassis, ist der klassische Aperitif; beim Kir Royal kommt Champagner statt Weisswein ins Glas. Kaffee hat seine eigenen Rituale: nach dem Essen ein Espresso, am Morgen ein Café crème und nach dem Mittagessen nur selten Milchkaffee, wenn du dich unter die Einheimischen mischen möchtest. Alkoholfrei passen ein Citron pressé oder eine dickflüssige heisse Schokolade im Café. An eines musst du dich vielleicht gewöhnen: Frankreich ist ein Weinland, kein Bierland. Eine ausgeprägte Bierkultur gibt es hier nicht. Die Bierkarte ist meist kurz und bietet oft belgische Biere; eine Flasche kostet tendenziell mehr als ein gutes Glas Wein. Im Zweifel bestellst du also Wein.

Die grossen Weinregionen zu kennen, hilft: Bordeaux und Burgund für Rotweine, die Rhône für kräftigere Tropfen, die Loire und das Elsass für frische Weissweine und die Champagne für den Klassiker. Vor dem Essen sind im Süden ein Pastis oder ein Lillet neben dem Kir üblich. Danach kommt der Digestif: Cognac oder Armagnac – oder Calvados, wenn du dich durch die Küche der Normandie gegessen hast. Zu bretonischen Galettes trinkt man Cidre statt Wein.

So läuft ein französisches Essen ab

Ein komplettes französisches Essen folgt einer festen Reihenfolge: Auf die entrée, hier die Vorspeise und nicht der Hauptgang, folgt ein plat, danach gibt es Käse und Dessert und zum Abschluss Kaffee. Du musst nicht jeden Gang bestellen. Besonders mittags lohnt es sich, nach der formule oder dem menu Ausschau zu halten: einem Menü zum Festpreis mit zwei oder drei Gängen, das meist deutlich günstiger ist als à la carte zu bestellen. Entrée-plat oder plat-dessert zum Festpreis – so isst man mittags vor Ort, und es ist der einfachste Weg, in Paris gut zu essen, ohne zu viel auszugeben.

Wo du essen kannst: Brasserien, Bistros und Bouillons

Die Art des Lokals zu kennen, ist fast so hilfreich wie das Gericht. Ein Bistro ist klein und ungezwungen und bietet eine kurze, handgeschriebene Tageskarte. Eine Brasserie ist grösser und lange geöffnet – ideal für ein spätes Essen oder einen prachtvollen Gastraum wie den im Le Train Bleu im Gare de Lyon. Ein Bouillon ist die günstige, klassische Variante: gross, schnell, erschwinglich und auf traditionelle Gerichte ausgerichtet. So serviert eine Institution wie das Bouillon Chartier bis heute ein komplettes französisches Menü zu niedrigen Preisen. Für Steak frites, das auf eine einzige Art und dafür richtig gut zubereitet wird, gibt es eine eigene kleine Kategorie von Restaurants nach Entrecôte-Art, etwa Le Relais de l’Entrecote. Und wenn du aus dem Essen einen ganzen Abend machen möchtest, ist eine Dinnerfahrt auf der Seine genau das Richtige.

The grand dining room of Le Train Bleu brasserie in Gare de Lyon
Le Train Bleu, eine Brasserie, in der der Gastraum genauso wichtig ist wie das Essen.

So isst du wie die Einheimischen

Mit ein paar Gewohnheiten fällt dir das Essen hier leichter. Mittagessen gibt es meist in einem festen Zeitfenster um die Mittagszeit, und zu Abend gegessen wird spät. Wer früh essen geht, kann deshalb in einem noch leeren Lokal landen. Brot gibt es gratis; es gehört zum Essen und ist keine Vorspeise. Leitungswasser, bestellt als une carafe d’eau, ist kostenlos und völlig normal. In Frankreich ist der Service im Preis inbegriffen, Trinkgeld ist also freiwillig und fällt klein aus: Aufrunden oder etwas Kleingeld liegen lassen reicht völlig. Und ein langes Essen gehört einfach dazu – dein Tisch bleibt normalerweise den ganzen Abend für dich reserviert. Noch ein Tipp: Meide Restaurants nahe den grossen Sehenswürdigkeiten, deren Speisekarten keine Preise oder bei Meeresfrüchten nur vage Angaben wie «Tagespreis» enthalten. Dort kann dich die Rechnung überraschen. In unserem Guide zu typischen Betrugsmaschen in Paris findest du mehr über die Restaurantfallen, die du vermeiden solltest.

Was du im Voraus reservieren solltest

In Paris kannst du die meisten Lokale spontan besuchen – das gehört zum Vergnügen dazu. Eine Reservierung lohnt sich bei den berühmten Restaurants und beliebten kulinarischen Erlebnissen: etwa für einen Tisch in einer traditionsreichen Brasserie, eine Dinnerfahrt auf der Seine oder eine geführte Foodtour, wenn du die Auswahl lieber jemand anderem überlassen möchtest. Alles andere kannst du am selben Tag entscheiden und einfach der Schlange der Einheimischen folgen.

Häufig gestellte Fragen

Wofür ist Paris kulinarisch bekannt?

Für Steak frites, Moules-frites, Schnecken und Croissants, aber auch für deftige Schmorgerichte wie Boeuf bourguignon, Coq au vin und Entenconfit sowie für Pâtisserie, allen voran Macarons und Mille-feuille. Meistens ist es einfache Küche, die richtig gut gemacht ist.

Welche französischen Gerichte solltest du in Paris unbedingt probieren?

Probier dich durch Steak frites, Steak tartare, Moules-frites, Boeuf bourguignon, Entenconfit, Schnecken und eine Käseplatte – und gönn dir mindestens ein klassisches Dessert. Dazu kommen ein Croissant aus einer Boulangerie und ein Crêpe vom Strassenstand.

Welche französischen Pâtisserie-Klassiker solltest du in Paris probieren?

Am besten zuerst Macarons und Mille-feuille, danach Éclair, Paris-Brest, Saint-Honoré, Canelé und Madeleine. Auf den Dessertkarten von Restaurants findest du oft Crème brûlée, Tarte Tatin und Île flottante.

Was ist ein Mille-feuille?

Ein Mille-feuille, wörtlich «tausend Blätter», besteht aus Lagen knusprigen Blätterteigs mit Vanillecreme und einer Glasur obendrauf. Auf Englisch wird es manchmal auch Napoleon genannt.

Was solltest du in Paris zum Frühstück essen?

Ein Croissant oder Pain au chocolat aus einer Boulangerie – am besten aus einer mit einer Schlange von Einheimischen davor und nicht vom Hotelbuffet. Ein gutes Croissant schmeckt nach Butter und zerfällt beim Reinbeissen in knusprige Blättchen.

Welche Käsesorten solltest du in Frankreich probieren?

Eine Auswahl von mild bis kräftig: ein weicher Brie oder Camembert, ein fester Comté, ein würziger Ziegenkäse und ein Blauschimmelkäse wie Roquefort. Käse wird nach dem Hauptgang als eigener Gang serviert und mit Brot gegessen.

Lohnt es sich, in Paris Froschschenkel zu probieren?

Ja, mindestens einmal. Froschschenkel schmecken mild und eher nach Poulet als nach etwas Ungewöhnlichem. Vor allem nehmen sie den Geschmack von Knoblauch und Petersilienbutter auf. Bestell sie als Vorspeise zum Teilen.

Solltest du in Paris Escargots (Schnecken) probieren?

Ja. Escargots werden mit Knoblauch und Petersilienbutter gebacken – dabei steht die Butter mehr im Vordergrund als die Schnecken selbst. Sie sind eine klassische französische Vorspeise und lassen sich gut teilen, wenn du unsicher bist.

Welche regionalen französischen Gerichte kannst du in Paris essen?

Eine ganze Menge: Cassoulet aus dem Südwesten, Bouillabaisse aus Marseille, Choucroute und Flammekueche aus dem Elsass, Fondue, Raclette und Tartiflette aus Savoyen sowie Galettes und Crêpes aus der Bretagne.

Was trinkt man zu einem französischen Essen?

Wein ist die klassische Wahl, und der Hauswein aus der Karaffe ist meist preiswert. Ein Kir ist ein klassischer Aperitif, und mit Kaffee ist nach dem Essen ein Espresso gemeint – nicht währenddessen. Bier wird auch getrunken, aber Frankreich ist ein Weinland: Das Bier kommt oft aus Belgien und kostet meist mehr als der Hauswein.

Was ist ein gutes, günstiges Essen in Paris?

Ein Jambon-beurre, also ein Baguette mit Schinken und Butter, ein Gericht in einem Bouillon, ein Crêpe vom Strassenstand oder Falafel im Le Marais. Eine Quiche- oder Tarteschnitte aus einer Boulangerie ist ebenfalls ein unkompliziertes, günstiges Mittagessen.

Gibt man in Pariser Restaurants Trinkgeld?

In Frankreich ist der Service gesetzlich im Preis inbegriffen, Trinkgeld ist also freiwillig. Bei gutem Service aufzurunden oder etwas Kleingeld dazulassen, ist üblich und völlig ausreichend.

Ist Leitungswasser in Pariser Restaurants gratis?

Ja. Bestell eine «carafe d’eau», dann bekommst du kostenloses Leitungswasser. Du musst kein Mineralwasser kaufen, ausser du möchtest es lieber.

Was ist der Unterschied zwischen einem Bistro, einer Brasserie und einem Bouillon?

Ein Bistro ist klein und unkompliziert, mit einer kurzen Tageskarte. Eine Brasserie ist grösser und hat lange Öffnungszeiten. Ein Bouillon ist die grosse, traditionelle und preisgünstige Variante mit französischen Klassikern.

Wann servieren Restaurants in Paris Mittag- und Abendessen?

Das Mittagessen wird meist in einem festen Zeitfenster um die Mittagszeit serviert. Das Abendessen beginnt am Abend und geht bis spät. Wenn du früh essen gehst, kann das Lokal fast leer sein.

Muss man in Paris einen Tisch reservieren?

Meistens nicht. Spontan vorbeizukommen ist normal und gehört zum Vergnügen. Für bekannte Lokale, Dinner-Cruises auf der Seine und geführte kulinarische Touren solltest du reservieren, denn dort ist die Nachfrage grösser.

Welche Meeresfrüchte solltest du in Paris probieren?

Austern, ein u003cemu003eplateau de fruits de meru003c/emu003e und Jakobsmuscheln gehören zu den Brasserie-Klassikern. Traditionell isst man Austern in den Monaten mit einem R im Namen, vom Herbst bis in den Frühling, mit einem Spritzer Zitrone und einem gekühlten Weisswein.

Was ist die u003cemu003eformuleu003c/emu003e oder das Menü zum Festpreis in einem französischen Restaurant?

Ein Menü zum Festpreis mit zwei oder drei Gängen, das meist als u003cemu003eformuleu003c/emu003e oder u003cemu003emenuu003c/emu003e angeschrieben ist. Es ist normalerweise deutlich günstiger als à la carte zu bestellen, besonders mittags. Am besten hältst du dich an u003cemu003eentrée-platu003c/emu003e oder u003cemu003eplat-dessertu003c/emu003e.

Was solltest du auf einem Pariser Lebensmittelmarkt kaufen?

Käse aus einer Fromagerie, Brot aus einer Boulangerie, Früchte und ein Poulet vom Marktstand. Zusammen ergibt das ein Picknick an der Seine, das preislich mit den meisten Restaurants nicht zu schlagen ist.

Welche französischen Weinregionen solltest du kennen?

Bordeaux und Burgund für Rotweine, das Rhônetal für kräftigere Rote, die Loire und das Elsass für frische Weissweine und die Champagne für Schaumwein. Wenn du lieber nicht selbst auswählst, ist der Hauswein aus der Karaffe meist eine gute und günstige Wahl.

Gibt es in Paris gutes vegetarisches Essen?

Ja, und jedes Jahr gibt es mehr Auswahl. Ratatouille, Salate, Käse, Crêpes und Falafel im Marais sind eine sichere Wahl, auch wenn klassische Bistros und Bouillons weiterhin stark auf Fleisch setzen.

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Autor

  • maxintokyo

    Max lebt in Tokyo, wo er Informatik studiert und auf Reisen weiterhin die Welt erkundet. Sein Interesse an Kulturen rund um den Globus hat sowohl seinen persönlichen als auch seinen akademischen Weg geprägt. Seinen Bachelor- und Masterabschluss machte er in der Schweiz. Danach verbrachte er als Austauschstudent ein Jahr in Südkorea. Später absolvierte er ein Masterprogramm an der Waseda University in Japan, wo er sein Fachwissen vertiefte und seinen internationalen Horizont erweiterte.
    Heute arbeitet Max in Tokyo als Senior Software Engineer in einer anspruchsvollen Position im Banken- und Finanzsektor. In seiner Arbeit verbindet er technisches Problemlösen mit Branchenkenntnissen. Er hat mehr als dreissig Länder bereist und bringt dadurch wertvolle praktische Erfahrungen in seine Projekte ein.

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