Tokio bei Nacht: Der ultimative Guide für deine beste Nacht

Tokios Nachtleben ist ein Biest. Wenn du den Touristenbroschüren folgst, landest du bei der alten Robot Show, die inzwischen als Samurai Restaurant firmiert. Fairerweise muss man sagen: Das Ganze ist ein kompletter Fiebertraum und kann richtig Spass machen. Aber du zahlst einen kräftigen Aufpreis für eine Touristen-Show mit Reizüberflutung. Teurer Spass, kein Geheimtipp unter Einheimischen – und in diesem Guide geht es um das echte Tokio.

Zum Nachtleben gehören hier aber nicht nur Bars und Clubs. Für einen ganz anderen Abend wie die Einheimischen kannst du dir ein Spiel ansehen und in die japanische Baseballkultur eintauchen – mit unermüdlichen Fangesängen, Teamliedern und den berühmten Biermädchen.

Die eigentliche Falle: Ein geschmeidiger Anwerber lockt dich mit dem Versprechen einer günstigen Tanzfläche in eine Kyabakura (Hostess-Bar). Am Ende hast du ein kleines Vermögen für einen einzigen Drink und ein Gespräch bezahlt, das du nie wolltest. Wenn du nicht ganz bewusst ein geprüftes Lokal der gehobenen Klasse ansteuerst, meide Hostess-Bars in zwielichtigen Ecken, die es auf verwirrte Reisende abgesehen haben.

Seit Jahren navigiere ich durch das Neonlabyrinth von Shinjuku und die Seitenstrassen von Shibuya. Ob du dich für 500 Yen in einer schlichten Stehbar locker machen, eine versteckte Gothic-Bar im Kirchenstil aufspüren oder bis zum ersten Zug am Morgen durchfeiern willst: So erlebst du Tokios Nachtleben wie ein Einheimischer. Vergiss die Fallen. Hier kommt das echte Tokio.

Ein Hinweis zur Sicherheit: Lass dich nicht übers Ohr hauen

Tokio ist eine der sichersten Städte der Welt, aber das heisst nicht, dass jede Bar sicher ist. Besonders in Shinjuku und Roppongi solltest du auf der Hut sein. Anwerber versuchen, dich in bottakuri-Bars (Abzockbars) zu lotsen, wo aus zwei Bieren auf wundersame Weise eine Rechnung über Hunderte Dollar wird. Wenn dir jemand auf der Strasse günstige Drinks oder hübsche Frauen verspricht, ignoriere ihn und geh weiter. Ich kannte persönlich drei Leute, denen das passiert ist – und zwei von ihnen hatte ich nur wenige Stunden zuvor noch gewarnt.

Lies meinen ganzen Ist Tokio sicher? Survival-Guide fürs Nachtleben mit den Warnsignalen, die du kennen solltest.


Touren und Tickets in Tokio

Tokios Nachtleben ist ein Erlebnis, wenn man weiss, wo man hingehen muss. Doch die Sprachbarriere und die riesige Auswahl schrecken viele davon ab, einfach draufloszuziehen. Eine geführte Bar- oder Nachtleben-Tour ist der einfachste Einstieg. Unten kannst du auf Klook Touren und Tickets für Tokio ansehen, darunter Bar-Touren durch Shinjuku und Shibuya.

Die besten Ausgehviertel in Tokio

Tokio hat nicht nur ein einziges Zentrum fürs Nachtleben. Jedes Viertel hat ein ganz eigenes Publikum, Preisniveau und Flair. Deshalb ist die Wahl des richtigen Viertels wichtiger als die der richtigen Bar.

Shinjuku: Kabukicho, Golden Gai & 2-chome

Shinjuku ist Tokios grösstes Ausgehviertel. Kabukicho ist das berühmte Rotlicht- und Vergnügungsviertel, das historisch als Tokios Yakuza-Viertel bekannt war. Hier findest du Host Clubs, Izakaya und Karaoke. Gleich daneben drängen sich in Golden Gai über 200 winzige Bars in sechs Gassen, und Shinjuku 2-chome ist das Zentrum der LGBTQ+-Szene Tokios.

Shibuya: Clubs und ein junges Publikum

Shibuya ist das beste Viertel für Clubs und Musik. Hier ist das Publikum jünger und modebewusst. Thematische Lokale wie Dogenzaka Church liegen direkt neben grossen Tanzclubs.

Roppongi: Expats, Showclubs & grosse Clubs

Roppongi ist Tokios internationales Ausgehviertel und bei Expats und Touristen beliebt. Es ist teurer und hat auch ein Problem mit Anwerbern, aber hier gibt es ebenso Showclubs wie Tantra.

Ikebukuro: Lokal und günstiger

Ikebukuro wirkt lokaler, mit günstigen Izakayas, Themenbars und weniger Touristen. Zu den unvergesslichsten Themenlokalen der Gegend gehört die Muscle Girls Bar, wo muskulöse Gastgeberinnen Drinks servieren und kurze Kraftvorführungen geben. Hier findest du meinen Guide für einen Abend in Ikebukuro.

Koenji, Asagaya & Kichijoji: Der lokale Westen

Für günstige Stehbars und ein bohemisches Publikum fährst du auf der Chuo-Linie nach Westen, nach Koenji, Asagaya und Kichijoji. Weiter unten erzähle ich dir mehr über diese Viertel.

Phase 1: Der Izakaya-Auftakt

In Japan startest du nicht in einer Bar. Du startest in einem Izakaya, einem japanischen Lokal, in dem gegessen und getrunken wird. Hier geht es um kleine Gerichte und eiskaltes Bier, damit du etwas im Magen hast, bevor die Nacht richtig losgeht.

Shinjukus Stehbars (Tachinomi-Kultur)

Nach deinem Izakaya-Besuch solltest du dich nicht wieder hinsetzen.

In Shinjukus Stehbars (Tachinomi) nimmt die Nacht so richtig Fahrt auf. Diese Lokale sind winzig, laut und unglaublich effizient. Du bestellst einen Drink, schnappst dir schnell eine Kleinigkeit zu essen und ziehst weiter. Keine langen Abendessen, kein Warten.

Die Stimmung: Büroangestellte dicht an dicht, schneller Durchlauf, kräftige Drinks und null Tamtam.

Das erwartet dich:

  • Drinks für ¥300 oder ¥600
  • Einfache, aber gute Gerichte wie Yakitori, Karaage oder Sashimi
  • Nur Stehplätze, oft keine englische Speisekarte

Warum das wichtig ist:
Hier erlebst du Tokios Nachtleben so, wie es im Alltag wirklich ist. Nichts ist kuratiert, auf Ästhetik getrimmt oder für Touristen gemacht. Einfach pure Trinkkultur.

Mein Tipp: Bleib nicht zu lange. Es geht darum, von Bar zu Bar zu ziehen. Ein Drink, ein Gericht, dann weiter.

Die Gassen von Shinjuku & Shibuya

Izakayas findest du überall. Geh einfach los, erkunde die Gegend und wirf einen Blick auf meine Google-Maps-Liste.

  • Die Atmosphäre: winzige Restaurants, Yakitori vom Holzgrill oder andere Izakaya-Gerichte.
  • Mein Tipp: Schau dir meine Google-Maps-Listen an, um die genauen Standorte zu finden. Die Lokale sind klein – mach dich darauf gefasst, dich hineinzuzwängen!

Harmonica Alley (Kichijoji)

Narrow neon-lit alleyway of Harmonica Alley in Kichijoji at night with people drinking at small standing bars and red lanterns glowing.
Die Harmonica Alley (Hamunika Yokocho) in Kichijoji ist der ideale Ort für eine Kneipentour unter Einheimischen. Dieses Labyrinth aus winzigen Stehbars vermittelt dir einen authentischen Eindruck von Tokios Nachtleben – fernab der Touristenmassen in Shinjuku.
  • Die Atmosphäre: ein Labyrinth aus Stehbars. Hier geht es viel authentischer zu und weniger nach «Themenpark» als im Stadtzentrum.
  • Geheimtipp: Ein Freund von mir bei Okawari TV veranstaltet hier eine fantastische Kneipentour. Wenn du die Stadt mit den Augen eines Einheimischen sehen willst, solltest du unbedingt an seiner Tour teilnehmen.

Die Suginami-Szene: Koenji, Asagaya und Ogikubo

Wenn du sehen willst, wie Einheimische abseits des Trubels von Shinjuku ausgehen, fahr auf der Chuo-Linie Richtung Westen. Suginami ist das Herz von Tokios Subkultur: bohemisch, rau und mit einigen der besten Viertel für Kneipentouren weltweit.

  • Koenji (Punk- und Billigviertel): Hier bekommst du alles zu Spottpreisen. Geh zum Gado-shita (den Bars unter den Bahngleisen). In den Stehbars kosten eine Runde Getränke und Spiesse kaum mehr als 1'500 Yen. Hier pulsiert das Nachtleben im Westen der Stadt.
  • Asagaya (Jazz- und Yokocho-Viertel): Berühmt für die Star Road, ein Labyrinth mit über 100 winzigen Bars. Hier geht es etwas stilvoller, aber immer noch herzlich zu. Du kannst von einer Bude mit Lemon Sour für 500 Yen in eine «Luxus»-Weinbar im zweiten Stock eines Holzschuppens wechseln.
  • Ogikubo (die kultivierte Alternative): Stell dir Ogikubo als den kultivierten älteren Bruder von Koenji vor. Der Ort ist berühmt für Ogikubo Ginza, eine schmale Gasse nördlich des Bahnhofs, die wie eine Zeitkapsel wirkt. Während Koenji Studierenden und Punks vorbehalten ist, findest du in Ogikubo hochwertige «Luxus»-Izakayas, die sich auf seltenen Sake und Craft-Bier spezialisiert haben. Hier ist es ruhiger und «reifer» – perfekt für ein Essen der gehobenen Klasse, bevor du dich ins wildere Nachtleben stürzt.

Der Kontrast im Nachtleben von Ginza: Von Ziegelbögen bis zur Bierkathedrale

Viele denken bei Ginza nur an Luxusuhren und edle Kaufhäuser. Doch wenn du weisst, wo du suchen musst, findest du hier einige der stimmungsvollsten Lokale Tokios. Ich empfehle dir einen Abend mit zwei Stopps, damit du beide Seiten der Geschichte Ginzas erlebst.

Stopp 1: Yurakucho Gado-shita (die Gassen unter den Gleisen)

Starte deinen Abend nur einen kurzen Spaziergang von der grossen Ginza-Kreuzung entfernt bei Gado-shita (wörtlich: «unter dem Träger»). Auf einer Länge von 700 Metern reihen sich Izakayas aneinander, die direkt in die Ziegelbögen unter den JR-Yamanote-Bahnlinien gebaut wurden.

  • Die Atmosphäre: rau, nostalgisch und laut. Über dir hörst du die Züge rumpeln, während Büroangestellte bei Yakitori und Lemon Sours den Arbeitstag ausklingen lassen. Es fühlt sich an wie eine Zeitkapsel des Nachkriegs-Tokios.
  • Was du essen solltest: Hol dir ein paar Spiesse an einer Stehbar oder probier eines der winzigen Meeresfrüchtelokale aus. Der perfekte, unkomplizierte Auftakt, bevor du dich ins «schickere» Herz von Ginza begibst.

Stopp 2: Ginza Lion Beer Hall (die «alte Halle» in 7-chome)

A Swiss expat holding a massive glass beer boot of Sapporo at the historic Ginza Lion Beer Hall in Tokyo
Wenn du der Held der Halle sein willst, bestellst du den Stiefel. Die meisten Einheimischen bleiben bei den kleinen Bieren. Einen Europäer beim Leeren des Bierstiefels zu beobachten, wird so zum Zuschauersport. Der perfekte Auftakt für eine Nacht in Ginza!

Nach den rauchigen Gassen von Yurakucho geht es weiter zum Ginza Lion (7-chome) – ein kompletter Szenenwechsel. Als Schweizer Expat erzähle ich allen, dass dies die «Bierkathedrale» Japans ist.

Aus einem Stiefel zu trinken, ist eine Sache. Die Australier treiben es mit dem Shoey aber noch weiter.

  • Die Geschichte: Das Bierlokal wurde 1934 eröffnet und ist Japans älteste Bierhalle – und hat die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs wie durch ein Wunder überstanden. Der Innenraum mit seinen hohen Decken und dem riesigen Glasmosaik aus 250 Farben hat sich seit fast einem Jahrhundert nicht verändert.
  • Der grosse Auftritt: Bestell den Bierstiefel (das Glas in Stiefelform). Selbst bei uns zu Hause in der Schweiz ist er selten, und in Japan ist er eine echte Rarität. Da die meisten Einheimischen bei kleinen Bieren bleiben, wirst du mit einem ausgetrunkenen Stiefel sofort zum Helden der Halle. Die Leute unterbrechen tatsächlich ihre Gespräche, um dir zuzuschauen und dir anerkennend zuzunicken.
  • Mein Tipp: Wir lassen die üppigen Mahlzeiten hier meist aus und halten uns an Snacks wie Knoblauchbrot. Selbst wenn draussen eine Schlange steht: Die Halle ist riesig und hat 300 Plätze, deshalb kommst du meist schnell rein.

Phase 2: Bars & verborgene Perlen

Von historischen Gassen bis zu schrägen Themenbars – hier wird die Nacht interessant. Als jemand, der hier lebt, habe ich gelernt: Die besten Geschichten in Tokio spielen sich an Orten ab, an denen draussen kein englisches Schild hängt.

Wenn du über die bekannten Adressen hinaus willst, musst du wissen, wo sich die Subkulturen wirklich treffen. Tokios Nachtleben dreht sich nicht nur um wuchtige Lautsprecher, sondern auch um diese speziellen, fast «privaten» Welten, die direkt vor aller Augen verborgen liegen.

Champion (Shinjuku Golden Gai)

  • Der Kniff: Golden Gai ist berühmt, inzwischen aber teuer. Champion ist die Ausnahme. Zahle 500 Yen (für 1'000 Yen gibt es das Doppelte) und lass einen Ballon platzen. Darin steckt ein Ticket für ein Getränk – vielleicht ein Bier, vielleicht aber auch zwei Tequila-Shots. So wirst du am schnellsten günstig betrunken.

The HUB (mehrere Standorte)

  • Die Stimmung: The HUB ist eine britische Pub-Kette, aber auch eine echte Institution in Tokio. Der Pub ist als «Gaijin-Hunter»-Spot bekannt: Einheimische gehen gezielt dorthin, um abends Ausländer kennenzulernen.
  • Der Trick: Kauf dir für 500 Yen eine Member Card. Damit bekommst du auf jedes Getränk 10 Prozent Rabatt. Eine Karte pro Gruppe reicht, damit alle den Rabatt erhalten.

Dogenzaka Church (Shibuya)

Staff dressed in nun outfits and habits serving drinks at the church-themed bar Dogenzaka Church in Shibuya, Tokyo.
In der Dogenzaka Church dreht sich alles ums Thema. Dich empfangen und bedienen Mitarbeitende in kompletten Nonnenkostümen, während vom DJ-Pult auf der Kanzel Techno dröhnt. Das ist eines der surrealsten und «Instagram-tauglichsten» Nachterlebnisse in Shibuya.
  • Die Stimmung: Eine Bar im Kirchenstil mitten in Shibuya. Das ist ein ziemlicher Kulturschock und einer der coolsten Orte für einen Drink – du fühlst dich wie in einem Film.

Girls-Bars (das Geheimnis für den ersten Drink)

  • Der Trick: Viele sind unsicher, aber das sind weder illegale Etablissements noch Orte für Prostitution. Es sind Bars, in denen du dich mit dem Personal unterhältst.
  • Warum hingehen: Wenn du viel trinken kannst, bekommst du hier All-you-can-drink-Angebote. In Koenji findest du sie für 700 Yen pro Stunde, in Shinjuku für etwa 2000 Yen. Der perfekte günstige Start in den Abend. Hinweis: Ein wenig Japanisch hilft! (Einige bedienen auch Gäste, die Englisch sprechen.)

Bar 39 (Koenji)

  • Die Stimmung: Der Name «San-Kyu» bedeutet «Danke». Die Bar wird vom Rapper Mentos geführt. Hier geht es energiegeladen und urkomisch zu – so ein Ort, den du nie vergisst.

Phase 2.5: Das Extreme & Underground

Tokio mag vorhersehbar wirken, doch wenn du länger bleibst, entdeckst du die verborgenen Subkulturen, die die Stadt so einzigartig machen. Abseits der gewöhnlichen Izakayas wartet eine intensive Welt mit den verrücktesten Aktivitäten in Japan – weit entfernt von den üblichen gesellschaftlichen Regeln.

Das Extreme & Underground

Tokios Untergrundszene steckt voller extremer japanischer Nachterlebnisse, die sich um ganz spezielle Obsessionen drehen. Du findest energiegeladene Bars, in denen Bodybuilder im Wettkampfmodus die Gäste zum Trinken im gleichen Tempo anspornen, und Bühnen, auf denen live Kinbaku (japanische Seilkunst) als eine Art physisches Theater aufgeführt wird – vor wuchtigem Techno, zum Beispiel im Decabar.

Wenn du mehr über die Geschichte von Tokios Nachtkultur erfahren möchtest: In meinem Yoshiwara-Guide geht es um Edos 400 Jahre altes Vergnügungsviertel und darum, was heute noch davon übrig ist.

Der «Endgegner» des Essens

Wer rohes Pferdefleisch zu «einsteigerfreundlich» findet, kann an versteckten Orten essen, die sich an kulinarische Kenner mit robustem Magen richten. Je nach Saison kommen in diesen Küchen Zutaten auf den Tisch, die den durchschnittlichen Touristen schockieren:

  • Exotische Fleischsorten: Raritäten wie Ratte, Krähe, Affe oder Schildkröte.
  • Grenzwertige Delikatessen: Zum Beispiel Pferdepenis, Schlangen oder verschiedene Insekten.
  • Regionale Spezialitäten: Aussergewöhnliche Gerichte wie Shirako (Fischmilch) oder «tanzender Fisch», der lebendig geschluckt wird.

Solche Kulturschocks sorgen für unvergessliche Erinnerungen. Wenn du wissen willst, wie tief das Kaninchenloch reicht, findest du eine ausführliche Übersicht zu diesen Orten in meinem Guide zu den verrücktesten Erlebnissen in Japan.

Phase 3: Showclubs & Spektakel

Wenn du einen Abend willst, der sich wie eine «Inszenierung» anfühlt statt wie ein dunkler Kellerclub, dann geh nach Roppongi.

Tantra (Roppongi)

Glamorous burlesque show and pole dance performance on the main stage at Tantra Tokyo showclub in Roppongi.
Tantra Tokyo setzt in Roppongi den Massstab für Showclubs. Mit Burlesque auf Weltklasseniveau, Pole Dance und «Modern-Geisha»-Shows bietet es einen stilvollen, sicheren Abend, der auch bei Prominenten beliebt ist – mitten im internationalen Viertel Tokios.
  • Das Flair: Das ist Tokios führender Showclub. Denk an Pole Dance auf Weltklasseniveau, Burlesque und «Modern-Geisha»-Shows. Es ist stilvoll, sicher und besonders unkompliziert für internationale Gäste.
  • Wer hierherkommt: Alle, von Alleinreisenden über Paare bis hin zu Prominenten wie Aerosmith und den Black Eyed Peas.
  • Mein Tipp: Es ist eine «Artistic Lounge», kein Stripclub und keine Hostessenbar. Im Mittelpunkt stehen die Show und das gehobene Ambiente. Es ist etwas teurer, aber die Qualität ist unerreicht.

Phase 4: Die Clubs

Wichtig: In Japan sind manche «Clubs» eigentlich Hostess-Bars. Wenn du zu Hip-Hop, Techno oder EDM tanzen willst, halte dich an diese Clubs im westlichen Stil.

Wenn du elektronische Musik liebst, schau dir auch den Rainbow Disco Club an, ein Open-Air-Festival an der Küste von Izu, zu dem jedes Jahr viele Clubgänger aus Tokio reisen.

Shinjuku

  • Warp: Deine Anlaufstelle für Mainstream-Hits und mitreissende Stimmung.
  • Zero Tokyo: Der Club befindet sich im neuen Kabukicho Tower und hat derzeit eines der besten Soundsysteme der Welt.
  • DecabarZ: Bekannt für seine «Neo-Kawaii»- und Underground-Ästhetik. Der Club heisst Touristen und die LGBTQ+-Community herzlich willkommen. Je nach Abend läuft eine Mischung aus Techno, Psytrance und Hits aus den 80er- und 90er-Jahren.

Shibuya

  • TK & Camelot: Mainstream, auffällig und immer gute Partystimmung.
  • Red Bar: Eine Bar im Club-Stil, die bis spät geöffnet bleibt. Sie ist cooler und intimer als die riesigen Tanzlokale.

Phase 5: Das Finale um 4 Uhr morgens

Die meisten denken bei Karaoke an einen Bühnenauftritt. In Japan, wo es herkommt, ist es aber vor allem deine private Lounge für die späte Nacht. Die meisten Lokale haben bis 6 Uhr morgens geöffnet. Wenn du nach Mitternacht nach dem Tarif «Free Time» (furi-taimu) fragst, ist das ganz einfach die günstigste Möglichkeit, bis zum Sonnenaufgang weiter Drinks zu bestellen.

Karaoke (Shinjuku & Shibuya)

  • Mein Tipp: Geh in die grossen Türme in Kabukichō oder Shibuya – von dort hast du die beste Aussicht.
  • Der Deal: Frag immer nach Nomihodai (All-you-can-drink). Während du der Skyline die Songtexte entgegenschmetterst, bringen sie dir die Drinks direkt aufs Zimmer.

Bonus: Der ultimative Kulturschock

Maid-Cafés (Akihabara)

Maid in Akihabara drawing Pikachu with ketchup on an Omurice plate at a Japanese maid cafe, featuring 'moe' style food art and cute table-side service.
Akihabara-Magie! Ich schaue zu, wie eine Maid mit Ketchup ein Pikachu nach Wunsch auf mein Omurice zeichnet. Tokios Nachtleben hast du erst erlebt, wenn du die «Moe Moe Kyun»-Stimmung in Akiba kennst.
  • Das Erlebnis: Diese Leute leben in einer völlig anderen Welt. Sie servieren auch Alkohol. Wenn du Tokios verrückteste Seite erleben willst, bestell dir hier ein Bier und schau einfach zu, wie sich der Wahnsinn entfaltet.

Für einen entspannten Abend abseits von Shibuya und Shinjuku findest du hier meinen Guide für einen Date-Abend in Ikebukuro.

Häufige Fragen zum Nachtleben in Tokio

Wo kann man Tokios Nachtleben am besten erleben?

Jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter. Shinjuku ist das Schwergewicht: Hier findest du die winzigen Bars von Golden Gai und das Neonchaos von Kabukicho. Shibuya ist jung und voller Clubs, Roppongi zieht Expats und grosse internationale Clubs an, und westlich davon, rund um Koenji und Asagaya, gehen Einheimische in günstige Izakayas mit viel Charakter.

Ist Tokios Nachtleben sicher?

Tokio gehört zu den sichersten Grossstädten der Welt. Das eigentliche Risiko ist nicht Kriminalität, sondern Schlepper – besonders in Kabukicho und Roppongi –, die Besucher in Bars locken, wo versteckte Gebühren auf der Rechnung stehen. Die Regel ist einfach: Folge niemals einem Schlepper und lass dich von keinem in eine Bar lotsen. Geh nur in Lokale, die du selbst ausgewählt hast.

Wie viel kostet ein Abend in Tokio?

Das hängt ganz davon ab, wo du hingehst. Ein Abend mit Izakayas und Stehbars kann schon für 4’000 bis 7’000 Yen zu haben sein. In Roppongi oder Shibuya bist du mit Club-Eintritt und Fahrkosten eher bei 5’000 bis 8’000 Yen. Da viele kleine Bars nur Bargeld akzeptieren, lohnt es sich, etwa 15’000 bis 20’000 Yen dabeizuhaben.

Verlangen Bars und Clubs in Tokio Eintritt?

Oft ja – und das überrascht viele, die zum ersten Mal dort sind. Viele Izakayas berechnen ein kleines Otoshi: einen automatisch servierten Snack zum Platz, der ungefähr 300 bis 700 Yen kostet. Clubs verlangen meist einen Eintritt von etwa 1’500 bis 3’000 Yen, oft inklusive einem oder zwei Getränken. Manche Bars im Golden Gai erheben zusätzlich eine kleine Sitzplatzgebühr. Frag am besten immer nach, was im Preis inbegriffen ist, bevor du dich hinsetzt.

Ab welchem Alter darf man in Japan Alkohol trinken?

In Japan darfst du ab 20 Jahren Alkohol kaufen und trinken. Lokale können dich nach einem Ausweis fragen. Nimm deshalb deinen Pass oder deine Aufenthaltskarte mit – diese werden als Ausweis akzeptiert.

Gibt man in Bars und Clubs in Tokio Trinkgeld?

Nein. Trinkgeld gehört in Japan nicht zur Kultur und kann sogar für Verwirrung sorgen. Du bezahlst den genannten Preis sowie allfällige Eintritts- oder Otoshi-Gebühren. Etwas obendrauf zu geben, ist nicht nötig.

Darf man in Tokio auf der Strasse trinken?

Ja. In Japan ist es legal, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Deshalb siehst du oft Leute, die draussen oder an Festivals ein Bier aus dem Convenience-Shop geniessen. Trotzdem solltest du dich respektvoll verhalten und in Wohngebieten auf die Lautstärke achten.

Was zieht man in Tokios Clubs an?

Für einen klassischen Club bist du mit gepflegter Freizeitkleidung auf der sicheren Seite. Mit Sandalen, Cargoshorts und Sportkleidung wirst du oft abgewiesen. In gehobeneren Clubs reicht es vielleicht nicht, Sneakers zu tragen – mit einem Hemd mit Kragen bist du auf der sicheren Seite. In Izakayas und Stehbars gibt es überhaupt keinen Dresscode, dort ist alles erlaubt.

Was ist Nomihoudai?

Nomihoudai ist eine Getränke-Flatrate zu einem festen Preis, meist für einen begrenzten Zeitraum von etwa 90 Minuten bis zwei Stunden. Das Angebot ist in Izakayas sehr beliebt und die günstigste Möglichkeit, viel zu trinken. Die Auswahl an Getränken ist allerdings oft begrenzt, und kurz vor Ablauf der Zeit ist häufig die letzte Bestellrunde.

Was ist Golden Gai?

Golden Gai ist ein Netz enger Gassen in Shinjuku mit mehr als 200 winzigen Bars, von denen viele nur Platz für eine Handvoll Gäste bieten. Jede hat ihr eigenes Thema und ihre Stammgäste. Golden Gai ist einer der stimmungsvollsten Orte der Stadt, um etwas trinken zu gehen. Manche Bars verlangen allerdings eine kleine Sitzgebühr oder bevorzugen Stammgäste.

Wie lange geht das Nachtleben in Tokio, und was mache ich, wenn ich den letzten Zug verpasse?

Das Nachtleben dauert bis zum Morgengrauen. Die Züge fahren etwa um Mitternacht nicht mehr und verkehren gegen 5 Uhr wieder. Ein Abend in Tokio endet also entweder vor dem letzten Zug oder geht bis zum ersten weiter. Wenn du ihn verpasst, sitzt du nicht fest: Überbrücke die Zeit in einer Bar, die bis spät geöffnet hat, in einem Karaokezimmer, Internetcafé oder Kapselhotel – oder nimm ein Taxi. Die sind zuverlässig, aber quer durch die Stadt ziemlich teuer.

Kann man in Tokios Bars nur bar bezahlen, und kommt man dort mit Englisch zurecht?

In vielen kleinen Bars, besonders in Golden Gai, kannst du nur bar bezahlen. Heb also vorher Yen an einem 7-Eleven-Geldautomaten ab – dort funktionieren ausländische Karten zuverlässig. In Roppongi und den wichtigsten Touristengebieten gibt es meist englische Speisekarten oder englischsprachiges Personal. In Kabukicho solltest du Bars meiden, die mit einer Speisekarte für Ausländer winken: Das ist oft ein Zeichen für überhöhte Touristenpreise.

Was ist ein Tachinomi oder eine Stehbar?

Ein Tachinomi ist eine Stehbar, in der du an der Theke trinkst, statt dich hinzusetzen. Diese Bars sind günstig, unkompliziert und gesellig, gehören zum Feierabendleben und sind ein idealer erster Halt, wenn du dich durch Tokios Nachtleben treiben lässt.

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