A light blue JR Keihin-Tohoku Line train crossing the old brick railway arches in central Tokyo
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Tokio: Tipps zu U-Bahn und Taxi – so kommst du herum

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Sich in Tokio fortzubewegen ist einfacher, als es auf der Karte aussieht. FĂŒr die meisten Strecken ist die U-Bahn die schnellste und gĂŒnstigste Option: Halte deine IC-Karte oder dein Handy ans LesegerĂ€t, folge den farblich markierten Linien – und schon bist du da. Taxis sind sauber, sicher und zuverlĂ€ssig, aber teuer. Sie eignen sich daher am besten fĂŒr spĂ€te NĂ€chte, schweres GepĂ€ck oder kurze Fahrten in der Gruppe.

Ich habe wĂ€hrend meines Studiums an der Waseda drei Jahre in Tokio gelebt. Diese praktischen Tipps machen das System ganz einfach: wie du bezahlst, welche PĂ€sse sich lohnen, wie du die Stosszeit ĂŒberstehst und wie du ein Taxi bekommst, ohne Japanisch zu sprechen.

Bright pink women-only car platform sign in a Tokyo station displaying operational hours up to 9:30 AM to prevent chikan.
Wagen nur fĂŒr Frauen verkehren morgens wĂ€hrend der Stosszeit auf vielen Linien in Tokio.

So funktioniert Tokios U-Bahn

In Tokio gibt es zwei U-Bahn-Betreiber, deren Netze zusammenarbeiten:

  • Tokyo Metro: 9 Linien, darunter die Ginza-, Marunouchi- und Hibiya-Linie.
  • Toei Subway: 4 von der Stadt betriebene Linien, darunter die Oedo- und Asakusa-Linie.

Daneben betreibt JR East oberirdische Linien wie die Ringlinie Yamanote und die Chuo-Linie sowie zahlreiche private Bahnen. Oft werde ich nach dem Unterschied zwischen der «Tokioer U-Bahn» und der «Tokyo Metro» gefragt. Tokyo Metro ist ein Unternehmen; zum U-Bahn-Netz als Ganzes gehören sowohl Tokyo Metro als auch Toei. FĂŒr dich als Besucherin oder Besucher besteht der wichtigste Unterschied darin, dass ein Umstieg zwischen den beiden etwas mehr kosten kann und manche PĂ€sse nur fĂŒr eines der Netze gelten.

Jede Station hat einen Buchstaben und eine Zahl, zum Beispiel G09 an der Ginza-Linie. Auch wenn du den Stationsnamen nicht lesen kannst, findest du dich anhand der Codes auf Schildern und Karten zurecht.

So bezahlst du: IC-Karten, Handy und Tickets

Am einfachsten fĂ€hrst du mit einer IC-Karte wie Suica oder PASMO. Du hĂ€ltst sie beim Ein- und Aussteigen ans LesegerĂ€t, und der Fahrpreis wird automatisch abgezogen. Dieselbe Karte funktioniert auch in JR-ZĂŒgen und Bussen sowie in Convenience Stores und an Verkaufsautomaten.

  • Mobile Suica oder PASMO: Auf vielen iPhones und einigen Android-Handys kannst du eine Karte in deiner Wallet hinterlegen und das Handy am Drehkreuz verwenden. Die Antwort auf die hĂ€ufige Frage lautet also: Ja, du kannst mit deinem Handy in die Tokioer U-Bahn einsteigen.
  • Welcome Suica: eine physische Karte fĂŒr Kurzzeitbesucherinnen und -besucher, die an FlughĂ€fen und grossen Bahnhöfen erhĂ€ltlich ist.
  • Papiertickets: gibt es weiterhin an Automaten, aber den Fahrpreis musst du selbst ermitteln.

Kurze U-Bahn-Fahrten kosten normalerweise etwa 200 Yen. In meinem Guide zu Suica und IC-Karten erfÀhrst du, wie du eine Karte bekommst und auflÀdst.

A yellow JR Chuo-Sobu Line train at a Tokyo platform with passengers getting off
Lass zuerst die FahrgĂ€ste aussteigen, dann steig selbst ein. Die gelben ZĂŒge gehören zur JR Chuo-Sobu-Linie.

Lohnt sich das Tokyo Subway Ticket?

Mit dem Tokyo Subway Ticket kannst du 24, 48 oder 72 Stunden lang unbegrenzt alle Linien von Tokyo Metro und Toei nutzen. Es kostet fĂŒr Erwachsene etwa 1’000 Yen (24 Stunden), 1’500 Yen (48 Stunden) oder 2’000 Yen (72 Stunden). Die GĂŒltigkeitsdauer beginnt, sobald du zum ersten Mal ein Drehkreuz passierst.

Es lohnt sich, wenn du mindestens vier U-Bahn-Fahrten pro Tag machst. JR-Linien wie die Yamanote-Ringlinie sind nicht inbegriffen. Wenn dein Hotel also neben einem JR-Bahnhof liegt, solltest du vorher rechnen. Der JR Pass ist ein anderes Angebot fĂŒr lĂ€ngere Strecken. Mehr dazu erfĂ€hrst du in meinem Artikel darĂŒber, ob sich der JR Pass lohnt.

U-Bahn-Tipps, die Einheimische kennen

  • Meide die Stosszeit: An Werktagmorgen, etwa zwischen 7.30 und 9.30 Uhr, und am frĂŒhen Abend sind die ZĂŒge voll. Wenn möglich, plane deine Besichtigungen ausserhalb dieser Zeiten.
  • Nimm den richtigen Ausgang: Grosse Bahnhöfe wie Shinjuku und Tokio haben Dutzende AusgĂ€nge. PrĂŒfe die Ausgangsnummer auf Google Maps oder dem Bahnhofsplan, bevor du nach oben gehst – so sparst du dir möglicherweise zehn Minuten Fussweg.
  • Steh auf der richtigen Seite: Auf Rolltreppen in Tokio stehen die Menschen traditionell links, auch wenn die Bahnhöfe inzwischen dazu auffordern, auf beiden Seiten stehen zu bleiben.
  • Sei leise: Telefonieren im Zug gilt als unhöflich. Sprich leise und stelle dein Handy auf lautlos.
  • Wagen nur fĂŒr Frauen: Auf einigen Linien gibt es wĂ€hrend der Stosszeit Wagen, die Frauen vorbehalten sind. Sie sind auf dem Bahnsteig pink markiert. Warum es sie gibt, erfĂ€hrst du in meinem Artikel ĂŒber Chikan und Sicherheit in japanischen ZĂŒgen.
  • Letzte ZĂŒge: Die meisten Linien fahren bis etwa Mitternacht. Wenn du spĂ€t unterwegs bist, prĂŒfe, wann deine letzte Verbindung fĂ€hrt.
  • GepĂ€ck: Grosse Koffer sind in der Stosszeit und an Bahnhöfen mit vielen Treppen mĂŒhsam. FĂŒr Flughafentage kommen eine GepĂ€ckweiterleitung oder ein Taxi infrage.
Convex public safety mirror installed on a Tokyo station escalator to deter chikan and illicit upskirt photography.
Sicherheitsspiegel an den Rolltreppen im Bahnhof helfen, Chikan vorzubeugen.

Mit dem Taxi in Tokio

Tokios Taxis sind blitzsauber, die Fahrer ehrlich, und auf Umwege wirst du nie mitgenommen. Der einzige Haken ist der Preis. Der Taxameter startet bei etwa 500 Yen fĂŒr ungefĂ€hr den ersten Kilometer, danach steigt der Fahrpreis in kleinen Schritten. Eine 15- bis 20-minĂŒtige Fahrt durch das Zentrum Tokios kann schnell ein paar tausend Yen kosten. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr gilt zudem ein Nachtzuschlag.

Ein paar Dinge, die Besucher ĂŒberraschen:

  • Automatische TĂŒren: Die hintere linke TĂŒr öffnet und schliesst sich von selbst. Schlag sie nicht zu, das ĂŒbernimmt der Fahrer.
  • Rotes Schild bedeutet frei: Ein Licht in der Windschutzscheibe mit dem Wort fĂŒr «frei» (meist rot) zeigt an, dass das Taxi verfĂŒgbar ist.
  • Adresse zeigen: Viele Fahrer sprechen nur wenig Englisch. Zeig ihnen das Ziel auf deinem Handy, am besten auf Japanisch, oder die Telefonnummer des Hotels oder Restaurants.
  • Bezahlung: Die meisten Taxis akzeptieren Kreditkarten und IC-Karten. Nimm zur Sicherheit trotzdem etwas Bargeld mit.
  • Kein Trinkgeld: Du bezahlst den Taxameterpreis, mehr nicht.

Taxi-Apps in Tokio

In den zentralen Vierteln kannst du problemlos ein Taxi auf der Strasse anhalten. Apps sind aber praktisch, wenn es regnet, spĂ€t ist oder du den Preis im Voraus abschĂ€tzen möchtest. Am weitesten verbreitet sind GO (eine japanische App mit englischer BenutzeroberflĂ€che), Uber und DiDi. In Japan bestellst du mit diesen Apps lizenzierte Taxis und keine privaten Fahrer. Der Preis ist daher Ă€hnlich wie bei einem normalen Taxi, zuzĂŒglich einer kleinen BuchungsgebĂŒhr. DafĂŒr brauchst du mobile Daten. In meinem Vergleich erfĂ€hrst du mehr ĂŒber eSIM oder Pocket-WLAN in Japan.

A light blue JR Keihin-Tohoku Line train crossing the old brick railway arches in central Tokyo
JR-ZĂŒge auf den alten Backsteinbögen im Zentrum Tokios. JR und die U-Bahn sind getrennte Netze, aber mit derselben IC-Karte kannst du beide nutzen.

U-Bahn oder Taxi? Ein schneller Vergleich

U-BahnTaxi
Typische KostenAb etwa 200 Yen pro FahrtEtwa 500 Yen Grundpreis, oft mehrere tausend Yen
GeschwindigkeitSchnell und zuverlĂ€ssigIm Verkehr langsamer, nachts von TĂŒr zu TĂŒr schneller
Am besten geeignet fĂŒrAlltĂ€gliche BesichtigungenSpĂ€te NĂ€chte, GepĂ€ck, Gruppen von drei oder vier Personen
SpracheÜberall englische BeschilderungAdresse auf dem Handy zeigen
VerfĂŒgbarkeitBis etwa MitternachtRund um die Uhr

HĂ€ufig gestellte Fragen

Kannst du mit dem Handy in die Tokioter U-Bahn einsteigen?

Ja. Wenn dein Handy Mobile Suica oder Mobile PASMO unterstĂŒtzt, kannst du eine Karte zu deinem Wallet hinzufĂŒgen und dein Handy an den Schranken wie eine physische Karte daranhalten.

Was ist der Unterschied zwischen der Tokioter U-Bahn und Tokyo Metro?

Tokyo Metro ist einer von zwei U-Bahn-Betreibern. Der andere ist Toei Subway. Zusammen bilden sie das U-Bahn-Netz von Tokio. IC-Karten funktionieren bei beiden.

Warum ist die U-Bahn in Tokio so gut?

Die ZĂŒge fahren sehr hĂ€ufig und pĂŒnktlich, die Stationen sind sauber, die Schilder auf Englisch, und jede Station hat einen einfachen Code. Zusammen mit IC-Karten gehört das System zu den einfachsten, um sich in einer Grossstadt fortzubewegen.

Wie viel kostet ein Taxi in Tokio?

Der Taxameter startet bei etwa 500 Yen. Kurze Fahrten kosten oft rund 1’000 bis 2’000 Yen, lĂ€ngere Strecken quer durch die Stadt können mehrere Tausend Yen kosten – nachts mehr.

Kann man in Tokioter Taxis mit Kreditkarte bezahlen?

Die meisten akzeptieren Kreditkarten, viele auch IC-Karten. Kleinere Taxiunternehmen bevorzugen vielleicht Bargeld – hab also etwas Yen dabei.

Gibt es Uber in Tokio?

Ja, aber meistens vermittelt Uber regulĂ€re, lizenzierte Taxis. Auch die lokale App GO ist sehr beliebt und auf Englisch verfĂŒgbar.

Wann fÀhrt die U-Bahn in Tokio nicht mehr?

Die meisten Linien stellen den Betrieb gegen Mitternacht ein und fahren ab etwa 5 Uhr wieder. Die genauen Zeiten hÀngen von der Linie und der Station ab.

Sobald deine IC-Karte eingerichtet ist, steht dir Tokio offen. Ideen fĂŒr AusflĂŒge findest du in meinem Guide zu AktivitĂ€ten in Tokio.

Autor

  • maxintokyo

    Max lebt in Tokyo, wo er Informatik studiert und auf Reisen weiterhin die Welt erkundet. Sein Interesse an Kulturen rund um den Globus hat sowohl seinen persönlichen als auch seinen akademischen Weg geprĂ€gt. Seinen Bachelor- und Masterabschluss machte er in der Schweiz. Danach verbrachte er als Austauschstudent ein Jahr in SĂŒdkorea. SpĂ€ter absolvierte er ein Masterprogramm an der Waseda University in Japan, wo er sein Fachwissen vertiefte und seinen internationalen Horizont erweiterte.
    Heute arbeitet Max in Tokyo als Senior Software Engineer in einer anspruchsvollen Position im Banken- und Finanzsektor. In seiner Arbeit verbindet er technisches Problemlösen mit Branchenkenntnissen. Er hat mehr als dreissig LÀnder bereist und bringt dadurch wertvolle praktische Erfahrungen in seine Projekte ein.

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