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Beppu-Onsen-Guide: Die sieben Höllen, Onsen-Hopping und die besten Hotels

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Cityscape of Beppu, Japan, with natural onsen steam rising from rooftops and streets in the Beppu Onsen area
Morgenblick auf die Stadt Beppu, wo natürlicher Dampf aus heissen Quellen über den Dächern und Strassen aufsteigt – ein typischer Anblick, der der Beppu Onsen ihre zauberhafte, neblige Atmosphäre verleiht.

Als ich zum ersten Mal von Beppu Onsen hörte, stellte ich mir eine verschlafene Stadt voller aufsteigenden Dampfes und friedlicher heisser Quellen vor. Und genau das ist Beppu – nur noch besser.

Beppu ist eine kleine, ruhige Stadt in der Präfektur Oita auf Kyushu, Japans südlichster Hauptinsel. Hier gibt es mehr Quellen mit heissem Wasser als irgendwo sonst in Japan – weit über 2.000. An kalten Morgen siehst du überall in der Stadt Dampf aus den Lüftungsschächten aufsteigen. Am meisten überraschte mich aber, wie wenige westliche Reisende hier waren. Beppu fühlt sich immer noch authentisch, lokal und wunderbar ruhig an.

Wir verbrachten zwei Nächte in Beppu, um abzuschalten, die heissen Quellen zu geniessen und die schöne Natur in der Umgebung zu erkunden. In diesem Guide teile ich alles, was wir herausgefunden haben: die berühmten sieben «Höllen», wo du wirklich baden kannst, die besten Onsen-Hotels in Beppu, was du essen solltest, wie du hinkommst und wie viele Tage du einplanen solltest. Wenn du mehr vom ländlichen Kyushu sehen möchtest, findest du hier meinen Reiseplan für das ländliche Kyushu.

Möchtest du Beppu schon vor dem Weiterlesen sehen? Hier ist mein Video von der Reise – mit den sieben Höllen, den dampfenden Strassen und den Bergen rund um die Stadt:

Beppu, Japan: The Town With 7 Hells, my video from Beppu and the mountains of Oita.

Beppu auf einen Blick

  • Lage: Präfektur Oita, an der Ostküste Kyushus
  • Bekannt für: Mehr Quellen mit heissem Wasser als jeder andere Ort in Japan; verteilt auf acht Onsen-Gebiete, die Beppu Hatto genannt werden
  • Sehenswert: die sieben Höllen (Jigoku Meguri) – zum Anschauen, nicht zum Baden
  • Die besten Bäder: Takegawara Onsen, Hyotan Onsen und die vielen öffentlichen Badehäuser vor Ort
  • Ab Fukuoka: etwa 2 Stunden mit dem JR Sonic Limited Express
  • Aufenthaltsdauer: mindestens zwei Nächte

Anreise nach Beppu

Die meisten Reisenden kommen von Fukuoka nach Beppu. Der JR Sonic Limited Express fährt vom Bahnhof Hakata in etwa zwei Stunden zum Bahnhof Beppu. Eine einfache Fahrt kostet je nach Sitzplatzreservierung rund ¥6,400 bis ¥6,900. Günstiger ist der Fernbus Toyonokuni-go: Er braucht etwa 2 Stunden und 20 Minuten und kostet rund ¥3,250. Mit dem Auto dauert die Fahrt über den Oita Expressway ungefähr zwei Stunden. Wenn du zuerst ein paar Tage in Fukuoka verbringst, findest du in meinem Fukuoka-Reiseführer alles, was du für die Stadt brauchst.

Wenn du mit dem Flugzeug anreist, ist der Flughafen Oita der nächstgelegene. Flughafenbusse bringen dich in weniger als einer Stunde nach Beppu.


Übernachten: die besten Onsen-Hotels in Beppu

In Beppu gehört das Hotel zum Erlebnis. Fast jedes Hotel und Ryokan hat sein eigenes heisses Quellwasser, und viele Zimmer verfügen über ein privates Bad. Hier erfährst du, wo wir übernachtet haben und welche anderen Unterkünfte ebenfalls infrage kommen.

Sekiya Resort Galleria Midobaru (wo wir übernachtet haben)

Private onsen terrace with city view at Sekiya Resort Galleria Midobaru, an art hotel in Beppu Onsen, Japan

Für unseren Aufenthalt entschieden wir uns für das Sekiya Resort Galleria Midobaru, ein stilvolles Kunsthotel auf den Hügeln mit Blick über Beppu. Es zählt definitiv zu den besten Onsen-Hotels in Beppu, Japan. Es ist zwar etwas teuer, aber jeder Moment war es wert.

Unser Zimmer hatte ein privates Onsen-Bad auf dem Balkon. So konnten wir baden und dabei die Lichter der Stadt und den Dampf beobachten, der aus dem Tal unter uns aufstieg. Das minimalistische Design, die mit Kunst geschmückten Korridore und die friedliche Atmosphäre liessen das Hotel wie einen Rückzugsort wirken.

Das Hotelrestaurant The Peak serviert ein Fünf-Gänge-Menü mit italienisch-japanischer Fusionsküche. Es war eines der besten Essen, die wir auf Kyushu hatten: wunderschön angerichtet, geschmackvoll und kreativ.

Das Hotel liegt etwas weit vom Stadtzentrum entfernt, ist aber ideal, wenn du einen Mietwagen hast. Damit komme ich zu einer meiner wichtigsten Empfehlungen für Beppu: ein Auto mieten. So kannst du nicht nur die Stadt, sondern auch die umliegende Landschaft der Präfektur Oita erkunden.

Weitere tolle Onsen-Hotels in Beppu

Das Suginoi Hotel ist Beppus klassisches grosses Resort auf dem Hügel oberhalb der Stadt. Bekannt ist es vor allem für Tanayu, ein terrassenförmig angelegtes Freiluftbad mit Blick über die ganze Stadt und die Bucht von Beppu. Es ist eine gute Wahl für Familien und für alle, die den berühmten Ausblick geniessen möchten, ohne für Luxuspreise zu bezahlen.

ANA InterContinental Beppu Resort & Spa ist die luxuriöse Option: hoch oben in den Hügeln, mit weitem Blick über die Bucht. Das Hotel verbindet internationalen, modernen Stil mit japanischen Thermalbädern und ist ideal, wenn du einen Aufenthalt im Resort-Stil suchst.

KAI Beppu wird von Hoshino Resorts geführt und liegt direkt am Meer im Stadtzentrum. Das Haus interpretiert das traditionelle Ryokan modern – mit stilvollem Design, gutem Essen und einem kurzen Fussweg zum Bahnhof Beppu und zu den alten Badehäusern.

Ein traditionelles Ryokan in Kannawa ist die richtige Wahl, wenn du mitten im Dampf wohnen möchtest. Kannawa ist das Thermalquellenviertel rund um die Höllen, wo es an jeder Ecke dampft. Von hier aus kannst du zu den Höllen, zum Dampfkochzentrum und zu den öffentlichen Bädern laufen.

Welches Viertel passt zu dir? Wenn du mit dem Zug reist, wohn am besten in der Nähe des Bahnhofs Beppu – von dort erreichst du alles bequem mit dem Bus. Für das stimmungsvollste Onsen-Erlebnis wählst du Kannawa; in den Hügeln bist du richtig, wenn du mit dem Auto unterwegs bist und die Aussicht geniessen möchtest.


Jigoku Meguri: Beppus sieben Höllen

Das bekannteste Erlebnis in Beppu ist der Jigoku Meguri, die «Höllentour». Die sieben «Höllen» (Jigoku) sind heisse Quellen, die viel zu heiss zum Baden sind – einige haben beinahe Siedetemperatur. Statt hineinzusteigen, gehst du herum und schaust sie dir an: leuchtend blaue Teiche, blubbernder Schlamm, ein roter See und sogar ein Geysir. Wichtig zu wissen: Die Höllen sind nur zum Anschauen da, nicht zum Baden. Wenn du ins Wasser möchtest, lies weiter unten den Abschnitt zum Onsen-Hopping.

An jeder Hölle kannst du in einem kleinen Heftchen einen Stempel sammeln. Alle sieben Stempel zu sammeln ergibt ein schönes Andenken – und einen kleinen Grund zum Angeben!

Beppu Onsen Jigoku Meguri stamp booklet showing all seven hot springs visited in Beppu, Japan
Sämtliche sieben Stempel des Beppu Jigoku Meguri sammeln – der berühmten «Höllentour» zu Beppus einzigartigen heissen Quellen.

Tickets, Öffnungszeiten und wie viel Zeit du einplanen solltest

Du kannst für jede Hölle einzeln bezahlen, mit dem Kombiticket für alle sieben kommst du aber günstiger weg. Es kostet für Erwachsene etwa ¥2,200 und gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen – du musst dich also nicht beeilen. Die Höllen sind täglich von 8:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Plane für alle sieben etwa drei bis vier Stunden ein.

Die Höllen liegen in zwei Gebieten. Fünf davon (Umi, Oniishibozu, Shiraike, Kamado und Oniyama) befinden sich in Kannawa nahe beieinander und sind zu Fuss erreichbar. Die beiden anderen, Chinoike und Tatsumaki, liegen etwa 3 km entfernt im Gebiet Shibaseki. Du kommst mit dem Auto oder dem lokalen Bus dorthin.


1. Umi Jigoku (Meereshölle, 海地獄)

Eine atemberaubende, kobaltblaue heisse Quelle, die aussieht wie das Meer – dabei ist das Wasser tatsächlich 98 °C heiss! Die Farbe entsteht durch Mineralien, die im Wasser gelöst sind. Überall siehst du Dampf, und sogar «Onsen-Eier» kannst du kaufen, die direkt in der heissen Quelle gekocht werden.

Tipp: Auf dem Gelände gibt es auch einen wunderschönen tropischen Garten und einen kleineren roten Teich.


2. Oniishibozu Jigoku (Dämonenkopf-Hölle, 鬼石坊主地獄)

Der Name bezieht sich auf die blubbernden grauen Schlammpfützen, die an den rasierten Kopf eines Mönchs erinnern. Ihnen zuzusehen ist faszinierend. Gleich nebenan liegt die moderne Onsen-Anlage (Oniishi-no-Yu), in der du tatsächlich baden kannst – ideal nach einem Besuch der «Höllen».


3. Shiraike Jigoku (Hölle des weissen Teichs, 白池地獄)

Das Wasser ist dank natürlicher Mineralien milchig weiss. Die Umgebung erinnert an einen friedlichen japanischen Garten. Drinnen gibt es sogar eine kleine Ausstellung mit exotischen tropischen Fischen.


4. Kamado Jigoku (Kochtopf-Hölle, かまど地獄)

Kamado bedeutet «Kochtopf», und bei diesem Jigoku dreht sich alles ums Kochen mit Onsen-Dampf. Es gibt mehrere Becken in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Temperaturen. Ausserdem zeigen Mitarbeitende, wie sich Lebensmittel mithilfe der natürlichen Dampfaustritte garen lassen.

💡 Probier hier unbedingt den mit Onsen-Dampf gegarten Pudding oder die gekochten Eier. Sie sind köstlich!


5. Oniyama Jigoku (Monsterberg-Hölle, 鬼山地獄)

Dieses Jigoku ist für seine Krokodile bekannt! Das heisse Quellwasser wärmt hier die Gehege der Reptilien und macht den Ort zu einer der ungewöhnlichsten Onsen-Attraktionen Japans. Bei meinem Besuch war ich überrascht, wie viele Krokodile in den einzelnen Gehegen gehalten wurden. Der Platz wirkte beengt, und einige Tiere schienen verletzt zu sein. Es war schwierig, ihnen zuzusehen, und ich verliess den Ort mit einem unguten Gefühl, was die Haltung der Reptilien angeht. Wenn dir das Tierwohl am Herzen liegt, lässt du diesen Halt vielleicht besser aus oder siehst ihn dir nur kurz an.


6. Chinoike Jigoku (Blutteich-Hölle, 血の池地獄)

Vivid red hot spring at Chinoike Jigoku, the Blood Pond Hell in Beppu Onsen, Japan

Diese Hölle wird besonders oft fotografiert: ein auffällig roter Teich, dessen Farbe von Eisenoxid und rotem Ton im Wasser stammt. Die Farbe ist zu 100 % natürlich und wirkt auf Fotos fast surreal. Ausserdem ist dies eine der ältesten überlieferten Höllen, die bereits in alten japanischen Schriften erwähnt wird.


7. Tatsumaki Jigoku (Tornado-Hölle, 龍巻地獄)

Erupting geyser at Tatsumaki Jigoku, the Tornado Hell in Beppu Onsen, Japan

Ein kraftvoller Geysir, der alle 30 bis 40 Minuten ausbricht und kochendes Wasser und Dampf hoch in die Luft schleudert. Ein Steindach verhindert, dass das Wasser zu hoch spritzt. Die Ausbrüche sind vorhersehbar, sodass du deinen Besuch gut planen kannst.


Onsen-Hopping in Beppu: Wo du wirklich baden kannst

Nach den Höllen ist es Zeit, ins Wasser zu steigen. Beppu ist in acht Thermalquellengebiete unterteilt, die als Beppu Hatto bekannt sind: Beppu, Hamawaki, Kankaiji, Horita, Myoban, Kannawa, Shibaseki und Kamegawa. Jedes Gebiet hat sein eigenes Wasser und seinen eigenen Charakter. Richtiges Onsen-Hopping bedeutet, innerhalb von ein oder zwei Tagen mehrere Badehäuser auszuprobieren. Hier kannst du anfangen:

Takegawara Onsen

Beppus bekanntestes öffentliches Badehaus wurde 1879 gegründet und befindet sich in einem wunderschönen Holzgebäude aus dem Jahr 1938, unweit des Bahnhofs Beppu. Ein gewöhnliches Bad kostet nur etwa ¥300. Das Highlight ist das Sandbad (rund ¥1’500), bei dem dich das Personal in heissen Sand eingräbt, der vom Quellwasser erwärmt wird. Das Wasser hier ist sehr heiss. Mach es wie die Einheimischen und kühle zuerst deinen Wassereimer ab. Tattoos sind erlaubt.

Hyotan Onsen

Das 1922 am Eingang von Kannawa eröffnete Hyotan Onsen ist für seine Drei-Sterne-Bewertung im Michelin Green Guide bekannt. Hier gibt es von allem etwas: ein Wasserfallbad, ein Dampfbad, ein Sandbad und Freiluftbäder – alle mit natürlich fliessendem Thermalwasser. Es ist bis spät in die Nacht geöffnet und eignet sich deshalb gut für einen Besuch nach dem Abendessen.

Oniishi-no-Yu und die Badehäuser von Kannawa

Direkt neben Oniishibozu Jigoku liegt das Oniishi-no-Yu, ein modernes Badehaus und die einfachste Möglichkeit, den Besuch der Höllen mit einem richtigen Bad zu verbinden. In Kannawa findest du ausserdem kleine Badehäuser für Einheimische, kostenlose Fussbäder und sogar Dampffussbäder entlang der Strassen.

Tipp fürs Onsen-Hopping: Nimm ein eigenes kleines Handtuch, etwas Kleingeld und einen Beutel für nasse Sachen mit. Viele lokale Badehäuser sind sehr einfach ausgestattet und verkaufen oder vermieten kaum etwas. Wenn du zum ersten Mal in einer japanischen Thermalquelle badest, lies vorher meinen Guide zur Onsen-Etikette.


Was Beppu Onsen so besonders macht

Im Unterschied zu anderen japanischen Thermalorten ist die geothermische Energie in Beppu enorm stark. Manche Quellen treten mit fast 100 °C aus und sind viel zu heiss zum Baden – deshalb gibt es die Höllen überhaupt. Gleichzeitig verfügt die Stadt über genug kühleres Wasser für Hunderte öffentliche Bäder, Hotelbäder und private Wannen.

Vor der Reise solltest du wissen: In vielen Onsen gelten nach wie vor Regeln zu sichtbaren Tätowierungen. Wie diese aussehen und wo tätowierte Gäste baden können, erfährst du in meinem Guide zu Tätowierungen in Japan.

Du wirst mineralbedingt leuchtend blaue, weisse und sogar rote Quellen sehen. Am besten gefiel mir Umi Jigoku, die «Meereshölle»: Ihr tief kobaltblaues Becken ist von tropischen Pflanzen umgeben.

Wenn du zum ersten Mal japanische Thermalquellen besuchst oder die Unterschiede zwischen öffentlichen Bädern, privaten Onsen und den verschiedenen Arten von Thermalwasser verstehen möchtest, habe ich auf Grundlage meiner Reisen durch Japan einen ausführlichen Onsen-Guide zusammengestellt. Einen umfassenderen Überblick über Japans Thermalbadeorte und traditionelle Gasthäuser findest du in meinem Guide zu Japans Onsen- und Ryokan-Tradition.


Aktivitäten in Oita und Beppu

Lake Kinrin in Yufuin, Oita, Japan with misty water and a red torii gate near Beppu Onsen
Ein friedlicher Morgen am Kinrin-See in Yufuin, unweit von Beppu Onsen. Der neblige See und das rote Torii-Tor machen ihn zu einem der malerischsten Orte in Oita.

Abseits der Onsen gibt es in Oita und Beppu viel zu erleben. Die Landschaft ist atemberaubend: Berge, Seen, Wälder und alte Bahnhöfe voller Charakter.

Da wir ein Auto hatten, nahmen wir uns einen Tag Zeit, um einige Highlights rund um Beppu zu erkunden. Das empfehle ich dir:


Fahrt zum Rundhaus Bungo Mori mit der Suzume-Tür

Suzume door at Bungo Mori Roundhouse in Oita, Japan, the real-life filming location from the movie Suzume

Wenn du japanische Anime-Filme magst, solltest du hier unbedingt Halt machen! Die Suzume-Tür am Rundhaus Bungo Mori in Oita ist ein realer Ort, der mit Makoto Shinkais beliebtem Film Suzume verbunden ist. Er führte auch bei Your Name Regie. Von Beppu aus bist du etwa eine Stunde mit dem Auto unterwegs. Die Strasse dorthin führt durch einige der schönsten Landschaften Kyushus.

Der Rundlokschuppen ist ein altes Zugdepot, umgeben von Bergen. Die «Tür» aus dem Film steht davor und macht den Ort zu einem perfekten Fotospot. Auch wenn du den Film nicht gesehen hast, lohnt sich ein Besuch: Die Gegend ist friedlich und die Fahrt durch die schöne Landschaft ist ein Erlebnis.


Abstecher zum Kinrin-See

Torii gate standing in the water at Lake Kinrin near Beppu Onsen in Yufuin, Oita Japan
Ein friedliches Torii-Tor am Kinrin-See, gleich ausserhalb von Beppu Onsen: eine ruhige Szenerie, in der warmes Quellwasser in Yufuins beeindruckender Natur auf Bergnebel trifft.

Auf dem Weg nach Bungo Mori machten wir einen Abstecher zum Kinrin-See in Yufuin. Der See ist für seinen geheimnisvollen Morgennebel und ein rotes Torii-Tor bekannt, das im Wasser steht – ähnlich wie das in Hiroshima.

Der romantische, malerische Ort lädt zu einem Spaziergang ein. In der Nähe gibt es hübsche Cafés und kleine Läden, perfekt für eine Pause.


Besuch am Berg Yufu

Der Berg Yufu ist ein Vulkan, der über Yufuin aufragt und eine beeindruckende Aussicht bietet. Auch wenn du nicht wandern gehst, kannst du an Aussichtspunkten entlang der Strasse anhalten und tolle Fotos machen. Besonders magisch wirkt der Berg bei Sonnenuntergang oder wenn Wolken die Gipfel verhüllen.


Mittagessen im Yunotakean

Zum Mittagessen kehrten wir im Yunotakean ein, einem schönen japanischen Restaurant in der Nähe des Kinrin-Sees. Hier werden traditionelle Gerichte in ruhiger Atmosphäre serviert, umgeben von viel Grün. Es gehört zu meinen liebsten kulinarischen Erlebnissen in der Präfektur Oita: frisch, lokal und wunderschön angerichtet.

Wenn du neben Kyushu noch mehr vom ländlichen Japan sehen möchtest, findest du in meinem Guide zum ländlichen Japan meine liebsten Regionen.


Was du in Beppu essen solltest

In Beppu gibt es einige lokale Spezialitäten, die du nicht überall in Japan findest – manche davon werden direkt mit den heissen Quellen zubereitet.

Jigoku-mushi (Dämpfen in der Hölle): Speisen, die über natürlichen Dampföffnungen der heissen Quellen gegart werden. Am besten probierst du das im Jigoku Mushi Kobo Kannawa, einem Zentrum fürs Dampfgaren in Kannawa. Dort kaufst du einen Korb mit Gemüse, Meeresfrüchten oder Fleisch, mietest für etwa 15 Minuten einen Dampfgarer und bereitest dein Essen mit Unterstützung des Personals selbst zu. Das macht Spass, ist günstig und gehört zu den einzigartigsten kulinarischen Erlebnissen in Japan.

Toriten: Oitas Variante von Chicken Tempura. Sie ist leichter als Karaage und wird meist mit einem Essig-Soja-Dip und Senf gegessen.

Beppu reimen: kalte Nudeln in einer leichten Brühe, oft mit Kimchi und Rindfleisch. An einem heissen Tag nach dem Onsen genau das Richtige.

Dango-jiru: eine kräftige Miso-Suppe aus Oita mit dicken, flachen, von Hand gezogenen Nudeln und Gemüse – besonders fein in den kälteren Monaten.

Wo wir in Beppu gegessen haben

Hotpot dinner at Nishida Hotpot restaurant in Beppu, Japan

Zurück in Beppu entdeckten wir zwei tolle Lokale direkt nebeneinander. Nishida Hotpot ist ein gemütliches Restaurant mit wärmendem Hot Pot – genau das Richtige nach einem langen Tag mit Onsen-Hopping. Gleich nebenan ist 食堂トンボ (Shokudo Tonbo), eine kleine Bar mit guten Drinks und freundlichen Einheimischen. Iss bei Nishida zu Abend und geh danach für einen Schlummertrunk zu Tonbo.


Unterwegs in Beppu

In Beppu verbinden lokale Busse den Bahnhof Beppu mit Kannawa und den Höllen in etwa 15 Minuten. Taxis findest du ebenfalls problemlos. Wenn du nur die Stadt, die Höllen und ein paar Badehäuser sehen möchtest, reichen die Busse aus.

Am besten erkundest du den Rest der Präfektur Oita mit einem Mietwagen. Für kurze Strecken reicht der öffentliche Verkehr, aber mit dem Auto entdeckst du versteckte Onsen, malerische Täler und Bergstrassen, die den meisten Touristinnen und Touristen entgehen. Wenn du selbst fährst, solltest du die Autobahnen meiden und die Landstrassen nehmen. Die Aussicht auf dem Land ist unglaublich, und unterwegs kommst du durch charmante kleine Ortschaften.


Die beste Reisezeit für Beppu

Beppu ist ein Reiseziel für das ganze Jahr, aber Herbst und Winter sind besonders stimmungsvoll. Wenn die Luft kalt ist, sieht man den Dampf aus den Öffnungen viel deutlicher, und ein heisses Bad tut gleich noch besser. Im Frühling ist es mild und angenehm, während es im Sommer heiss und feucht werden kann – dann machen lange Bäder weniger Spass. Unser Besuch im Oktober war perfekt: angenehme Temperaturen, klare Sicht und morgens jede Menge Dampf.


Wie viele Tage solltest du in Beppu verbringen?

Ich würde dir empfehlen, mindestens zwei Nächte in Beppu zu bleiben. Das reicht, um dich zu entspannen, verschiedene Onsen zu besuchen und einen Tagesausflug zu den Naturorten in Oita zu machen.

Ein einfacher Plan für zwei Tage: Verbring den ersten Vormittag bei den sieben Höllen, iss in Kannawa im Dampfkochzentrum zu Mittag und besuch am Nachmittag ein paar Badehäuser. Abends geht’s dann ins Takegawara oder ins Hyotan Onsen. Fahr am zweiten Tag zum Kinrin-See, nach Yufuin und zur Suzume-Tür und komm zurück, um zum Abschluss noch einmal im Hotel zu baden.

Wenn du dich mehr für Natur und Fotografie interessierst, kannst du gut drei oder vier Tage damit verbringen, die ganze Region zu erkunden. Ich wünschte mir persönlich, wir hätten einen Tag mehr gehabt, um noch mehr Täler, Brücken und Landschaft rund um Oita zu sehen.


Häufig gestellte Fragen

Kann man in den Höllen von Beppu baden?

Nein. Die sieben Höllen sind viel zu heiss und können nur besichtigt werden. Zum Baden gehst du in ein öffentliches Badehaus wie das Takegawara Onsen, das Hyotan Onsen oder das Oniishi-no-Yu – oder du nutzt die Bäder in deinem Hotel.

Wie viel kostet das Ticket für die Höllen von Beppu?

Das Kombiticket für alle sieben Höllen kostet für Erwachsene etwa ¥2’200 und ist zwei Tage lang gültig. Du kannst auch für jede Hölle einzeln bezahlen.

Lohnt sich ein Besuch in Beppu?

Auf jeden Fall. Nirgendwo sonst in Japan gibt es so viele heisse Quellen an einem Ort. Die Mischung aus dampfenden Strassen, alten Badehäusern, farbenfrohen Höllen und gutem Essen macht Beppu zu einer der einzigartigsten Städte des Landes.

Kann ich Beppu als Tagesausflug von Fukuoka aus besuchen?

Ja, die Zugfahrt dauert pro Strecke etwa zwei Stunden, ein Tagesausflug ist also möglich. Du hast dann aber nur Zeit für die Höllen und ein Bad. Um Beppu richtig zu geniessen, solltest du mindestens eine Nacht bleiben, idealerweise zwei.

Gibt es in Beppu Onsen, in denen Tattoos erlaubt sind?

Ja. Beppu ist Tattoos gegenüber entspannter eingestellt als viele andere Orte in Japan, und im Takegawara Onsen sind Tattoos erlaubt. Die Regeln unterscheiden sich von Bad zu Bad. Informiere dich also vorher oder buche ein Hotelzimmer mit privatem Bad.

Wie viele Tage sollte man in Beppu verbringen?

Zwei Nächte sind ideal. So hast du einen Tag für die sieben Höllen und das Onsen-Hopping und einen Tag für einen Ausflug zum Kinrin-See, nach Yufuin und ins ländliche Oita. Wer sich für Natur und Fotografie begeistert, kann problemlos drei oder vier Tage bleiben.

Wann ist die beste Reisezeit für Beppu?

Herbst und Winter sind besonders stimmungsvoll, denn in der kalten Luft ist der Dampf viel besser zu sehen und ein heisses Bad tut dann besonders gut. Auch der Frühling ist angenehm, während es im Sommer heiss und feucht sein kann.


Zum Schluss: Der Zauber der Beppu-Onsen

Unsere Reise nach Beppu gehörte zu den entspanntesten Momenten unserer Japanreise. Zwischen den dampfenden Strassen, den wohltuenden Bädern und den friedlichen Bergen lässt es sich wunderbar entschleunigen und eine authentische, lokale Seite Japans erleben.

Ob für einen Wochenendausflug oder einen längeren Aufenthalt: Die Onsen von Beppu lassen dich erholt und inspiriert zurück. Von luxuriösen Unterkünften wie dem Sekiya Resort Galleria Midobaru bis zu traditionsreichen öffentlichen Badehäusern erzählt jedes Bad seine eigene Geschichte.

Wenn du einen Roadtrip durch Kyushu planst, sollte Beppu unbedingt auf deiner Liste stehen. Hier verbinden sich Komfort, Kultur und Naturschönheit zu einem unvergesslichen Erlebnis. Kombiniere den Besuch mit meinem Roadtrip durchs ländliche Kyushu und ein paar Tagen in Fukuoka. Weitere Japan-Guides findest du im Japan Insider Hub.

Autor

  • maxintokyo

    Max lebt in Tokyo, wo er Informatik studiert und auf Reisen weiterhin die Welt erkundet. Sein Interesse an Kulturen rund um den Globus hat sowohl seinen persönlichen als auch seinen akademischen Weg geprägt. Seinen Bachelor- und Masterabschluss machte er in der Schweiz. Danach verbrachte er als Austauschstudent ein Jahr in Südkorea. Später absolvierte er ein Masterprogramm an der Waseda University in Japan, wo er sein Fachwissen vertiefte und seinen internationalen Horizont erweiterte.
    Heute arbeitet Max in Tokyo als Senior Software Engineer in einer anspruchsvollen Position im Banken- und Finanzsektor. In seiner Arbeit verbindet er technisches Problemlösen mit Branchenkenntnissen. Er hat mehr als dreissig Länder bereist und bringt dadurch wertvolle praktische Erfahrungen in seine Projekte ein.

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