Tokio bei Nacht: Mein Guide für eine unvergessliche Nacht

Tokios Nachtleben ist ein Biest. Wenn du den Touristenbroschüren folgst, landest du bei der alten Robot Show, die jetzt als Samurai Restaurant auftritt. Zugegeben: Das Ganze ist ein totaler Fiebertraum und kann richtig Spass machen. Aber für diese Reizüberflutungsshow für Touristen zahlst du einen saftigen Aufpreis. Teurer Spass, kein Geheimtipp der Einheimischen – in diesem Guide geht es um das echte Tokio.

Im Dezember gehören in Tokio auch die Lichtinstallationen zum Abendprogramm. In meinem Guide zu Weihnachten in Japan findest du die schönsten.

Das Nachtleben besteht hier aber nicht nur aus Bars und Clubs. Für einen ganz anderen Abend wie die Einheimischen kannst du dir ein Spiel ansehen und in die japanische Baseballkultur eintauchen – mit unermüdlichen Fangesängen, Teamliedern und den berühmten Biermädchen.

Die eigentliche Falle: Ein aalglatter Anwerber lotst dich in eine Kyabakura (Hostess-Bar) und verspricht dir eine günstige Tanzfläche. Am Ende hast du ein kleines Vermögen für einen einzigen Drink und ein Gespräch ausgegeben, auf das du nie Lust hattest. Wenn du nicht ganz bewusst in ein geprüftes Lokal der gehobenen Klasse willst, mach einen Bogen um Hostess-Bars in zwielichtigen Ecken, die es auf orientierungslose Reisende abgesehen haben.

Seit Jahren bahne ich mir meinen Weg durch das Neonlabyrinth von Shinjuku und die Seitengassen von Shibuya. Ob du für 500 Yen in einer schlichten Stehbar loslegen, eine versteckte Gothic-Bar im Kirchenstil aufspüren oder bis zum ersten Morgenzug durchfeiern willst: So erlebst du Tokios Nachtleben wie ein Local. Vergiss die Touristenfallen. Hier kommt das echte Tokio.

Ein Hinweis zur Sicherheit: Lass dich nicht abzocken

Tokio ist eine der sichersten Städte der Welt, aber das heisst nicht, dass jede Bar sicher ist. Besonders in Shinjuku und Roppongi solltest du auf der Hut sein. Anwerber versuchen, dich in bottakuri-Bars (Abzockerbars) zu locken, wo aus zwei Bieren plötzlich eine Rechnung über mehrere hundert Dollar wird. Wenn dir jemand auf der Strasse günstige Drinks oder hübsche Frauen verspricht, ignoriere die Person und geh einfach weiter. Ich kannte persönlich drei Leute, denen das passiert ist, und zwei von ihnen hatte ich nur wenige Stunden zuvor noch gewarnt.

In meinem ganzen Guide Ist Tokio sicher? Überlebensguide fürs Nachtleben erfährst du, auf welche Warnsignale du achten solltest.


Touren und Tickets in Tokio

Tokios Nachtleben macht am meisten Spass, wenn du weisst, wohin du gehen sollst. Doch die Sprachbarriere und die riesige Auswahl halten viele davon ab, einfach auf eigene Faust loszuziehen. Eine geführte Tour durch mehrere Bars oder eine Nachtleben-Tour ist der einfachste Einstieg. Unten kannst du auf Klook Tokio-Touren und Tickets entdecken, darunter Kneipentouren in Shinjuku und Shibuya.

Die besten Ausgehviertel in Tokio

Tokio hat nicht nur ein einziges Zentrum des Nachtlebens. Jedes Viertel zieht ein ganz anderes Publikum an und hat sein eigenes Preisniveau und Flair. Deshalb ist die Wahl des richtigen Viertels wichtiger als die der richtigen Bar.

Shinjuku: Kabukicho, Golden Gai und 2-chome

Shinjuku ist Tokios grösstes Ausgehviertel. Kabukicho ist das berühmte Rotlicht- und Vergnügungsviertel, das historisch als Tokios Yakuza-Viertel bekannt war. Hier gibt es Host-Clubs, Izakayas und Karaoke. Gleich daneben drängen sich in Golden Gai mehr als 200 winzige Bars in sechs Gassen, während Shinjuku 2-chome das Zentrum von Tokios LGBTQ+-Szene ist.

Shibuya: Clubs und junges Publikum

Shibuya ist die beste Gegend für Clubs und Musik, mit jungem, modebewusstem Publikum. Themenbars wie Dogenzaka Church liegen direkt neben grossen Tanzclubs.

Roppongi: Expats, Showclubs und grosse Clubs

Roppongi ist Tokios internationales Ausgehviertel und bei Expats und Touristen beliebt. Es ist teurer und hat sein eigenes Problem mit aufdringlichen Werbern, aber hier findest du auch Showclubs wie Tantra.

Ikebukuro: lokal und günstiger

Ikebukuro wirkt lokaler: mit günstigen Izakayas, Themenbars und weniger Touristen. Einer der unvergesslichsten Themenorte der Gegend ist die Muscle Girls Bar, wo muskulöse Gastgeberinnen Drinks servieren und kurze Kraftshows vorführen. Hier findest du meinen Guide für einen Abend in Ikebukuro.

Koenji, Asagaya und Kichijoji: Tokios lokaler Westen

Für günstige Stehbars und ein bohemisches Publikum fährst du auf der Chuo-Linie nach Westen, nach Koenji, Asagaya und Kichijoji. Weiter unten erzähle ich dir mehr über diese Gegenden.

Phase 1: Der Start im Izakaya

In Japan beginnt man nicht in einer Bar, sondern in einem Izakaya, einem japanischen Lokal mit Getränken. Hier dreht sich alles um kleine Gerichte und eiskaltes Bier, damit du eine gute Grundlage hast, bevor die Nacht richtig losgeht.

Shinjukus Stehbars (Tachinomi-Kultur)

Nach dem Izakaya solltest du dich nicht wieder hinsetzen.

In Shinjukus Stehbars (Tachinomi) nimmt die Nacht richtig Fahrt auf. Diese Lokale sind winzig, laut und unglaublich effizient. Du bestellst ein Getränk, schnappst dir schnell eine Kleinigkeit zu essen und ziehst weiter. Keine langen Abendessen, kein Warten.

Die Stimmung: Schulter an Schulter mit Salarymen, schneller Wechsel, starke Drinks und null Förmlichkeiten.

Das erwartet dich:

  • Getränke ab ¥300, ¥600
  • Einfaches, aber gutes Essen wie Yakitori, Karaage oder Sashimi
  • Nur Stehplätze, oft keine englische Speisekarte

Warum das wichtig ist:
Hier erlebst du das echte, alltägliche Nachtleben Tokios am unmittelbarsten. Es ist weder inszeniert noch besonders auf die Ästhetik bedacht oder für Touristen gemacht. Einfach pure Trinkkultur.

Mein Tipp: Bleib nicht zu lange. Ziel ist es, von Bar zu Bar zu ziehen. Ein Drink, ein Gericht, dann geht’s weiter.

Die Gassen von Shinjuku & Shibuya

Izakayas findest du überall. Geh einfach los und erkunde die Gegend – und schau dir meine Google-Maps-Liste an.

  • Die Atmosphäre: Winzige Restaurants mit Yakitori vom Holzgrill und anderen Izakaya-Gerichten.
  • Mein Tipp: In meinen Google-Maps-Listen findest du die genauen Standorte. Die Lokale sind klein – stell dich also darauf ein, dich hineinzuzwängen!

Harmonica Alley (Kichijoji)

Narrow neon-lit alleyway of Harmonica Alley in Kichijoji at night with people drinking at small standing bars and red lanterns glowing.
Harmonica Alley (Hamonika Yokocho) in Kichijoji ist der perfekte Ort für eine Kneipentour. Das Labyrinth aus winzigen Stehbars bietet einen echten Einblick ins authentische Nachtleben Tokios – fernab der Touristenmassen in Shinjuku.
  • Die Stimmung: ein Labyrinth aus Stehbars. Hier geht es viel authentischer und weniger nach «Freizeitpark» zu als im Stadtzentrum.
  • Geheimtipp: Mein Freund von Okawari TV organisiert hier eine fantastische Kneipentour. Wenn du die Stadt mit den Augen eines Einheimischen sehen willst, ist seine Tour ein Muss.

Die Suginami-Szene: Koenji, Asagaya & Ogikubo

Wenn du sehen willst, wo Einheimische abseits des Trubels von Shinjuku ausgehen, fahr auf der Chuo-Linie nach Westen. Suginami ist das Herz der Tokioter Subkultur: bohemienhaft, rau und Heimat einiger der besten Kneipentouren der Welt.

  • Koenji (Punk- und Billig-Hotspot): Hier gibt es besonders günstige Lokale. Geh nach Gado-shita, zu den Bars unter den Bahngleisen. In den Stehbars bekommst du eine Runde Drinks und Spiesse für kaum mehr als ¥1’500. Das ist die angesagteste Ecke auf der Westseite.
  • Asagaya (Jazz- und Yokocho-Viertel): Berühmt für die Star Road, ein Labyrinth mit über 100 winzigen Bars. Hier geht es etwas gediegener, aber immer noch herzlich zu. Du kannst von einer kleinen Bude mit Lemon Sour für ¥500 in eine «Luxus»-Weinbar im zweiten Stock einer Holzhütte wechseln.
  • Ogikubo (der kultivierte Einheimische): Stell dir Ogikubo als den kultivierten älteren Bruder von Koenji vor. Bekannt ist der Stadtteil für Ogikubo Ginza, eine schmale Gasse nördlich des Bahnhofs, die sich wie eine Zeitkapsel anfühlt. Während Koenji bei Studierenden und Punks beliebt ist, findest du in Ogikubo gehobene Izakayas, die sich auf seltene Sake-Sorten und Craft-Bier spezialisiert haben. Hier geht es ruhiger und «reifer» zu – der perfekte Ort für ein gehobenes Essen, bevor du dich ins wildere Nachtleben stürzt.

Der Kontrast des Nachtlebens in Ginza: von Backsteinbögen bis zur Bierkathedrale

Die meisten denken bei Ginza nur an Luxusuhren und edle Warenhäuser. Aber wenn du weisst, wo du suchen musst, findest du hier einige der stimmungsvollsten Lokale Tokios. Ich empfehle dir einen Abend mit zwei Stationen, um beide Seiten der Geschichte Ginzas kennenzulernen.

Für einen ruhigeren Blick auf Ginza besuchst du am besten den Kakugo-Inari-Schrein und die Dachterrasse von Ginza Six.

Station 1: Yurakucho Gado-shita (die Gassen unter den Gleisen)

Beginne den Abend nur einen kurzen Spaziergang von der grossen Kreuzung in Ginza entfernt beim Gado-shita (wörtlich: «unter dem Träger»). Dieser 700 Meter lange Abschnitt besteht aus Izakayas, die direkt in die Backsteinbögen unter den JR-Yamanote-Gleisen gebaut wurden.

  • Die Atmosphäre: rau, nostalgisch und laut. Über dir rumpeln die Züge, während Salarymen bei Yakitori und Lemon Sours entspannen. Es fühlt sich an wie eine Zeitkapsel des Nachkriegs-Tokios.
  • Was du essen kannst: Hol dir ein paar Spiesse an einer Stehbar oder probiere eines der winzigen Fischlokale. Ein perfekter, unkomplizierter Start, bevor du dich ins «schickere» Herz von Ginza begibst.

Stopp 2: Ginza Lion Beer Hall (die «alte Halle» in 7-Chome)

A Swiss expat holding a massive glass beer boot of Sapporo at the historic Ginza Lion Beer Hall in Tokyo
Wenn du der Held des Saals sein willst, bestellst du den Bierstiefel. Die meisten Einheimischen bleiben bei den kleinen Bieren, deshalb wird es zum Zuschauersport, wenn ein Europäer sich am Bierstiefel versucht. Das ist der ultimative Start in eine Nacht in Ginza!

Nach den rauchigen Gassen von Yurakucho gehst du zum Ginza Lion (7-chome) – für einen kompletten Szenenwechsel. Als Schweizer Expat sage ich allen: Das ist die «Bierkathedrale» Japans.

Aus einem Bierstiefel zu trinken ist eine Sache, aber die Australier treiben es mit dem Shoey noch weiter.

  • Die Geschichte: 1934 eröffnet, ist sie Japans älteste Bierhalle und hat die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wie durch ein Wunder überstanden. Die Einrichtung mit ihren hohen Decken und dem riesigen Glasmosaik aus 250 Farben ist seit fast einem Jahrhundert unverändert.
  • Der grosse Auftritt: Bestell den Bierstiefel (das Stiefelglas). Selbst in der Schweiz ist er selten, und in Japan ist er eine echte Rarität. Da die meisten Einheimischen bei kleinen Bieren bleiben, wirst du mit einem leeren Stiefel sofort zum Helden des Saals. Die Leute unterbrechen tatsächlich ihre Gespräche, um zuzuschauen und dir anerkennend zuzunicken.
  • Mein Tipp: Wir lassen die schweren Mahlzeiten hier meistens aus und nehmen lieber Snacks wie Knoblauchbrot. Selbst wenn draussen eine Schlange steht: Die Halle ist riesig (300 Plätze), deshalb kommst du normalerweise schnell rein.

Phase 2: Bars & versteckte Geheimtipps

Von historischen Gassen bis zu skurrilen Themenbars – hier wird die Nacht spannend. Da ich hier lebe, habe ich gelernt: Die besten Geschichten in Tokio erlebt man an Orten, vor denen keine englischen Schilder hängen.

Wenn du über die bekannten Adressen hinausgehen willst, musst du wissen, wo sich die Subkulturen wirklich treffen. Tokios Nachtleben besteht nicht nur aus wummernden Lautsprechern, sondern auch aus diesen Nischenwelten, die fast «privat» wirken und doch mitten im Alltag verborgen liegen.

Champion (Shinjuku Golden Gai)

  • Der Trick: Golden Gai ist berühmt, inzwischen aber teuer. Champion ist die Ausnahme. Zahle 500 Yen (bei 1'000 Yen verdoppeln sie den Betrag) und lass einen Ballon platzen. Darin steckt ein Ticket für ein Getränk – das kann ein Bier sein oder zwei Tequila-Shots. So bist du am schnellsten für wenig Geld betrunken.

The HUB (mehrere Standorte)

  • Die Stimmung: Es ist eine britische Pubkette, aber auch eine echte Tokio-Institution. Bekannt als «Gaijin-Hunter»-Treffpunkt, an dem Einheimische gezielt hingehen, um für eine Nacht Ausländer kennenzulernen.
  • Der Trick: Kauf eine Member Card für 500 Yen. Damit bekommst du auf jedes Getränk 10 % Rabatt. In deiner Gruppe braucht nur eine Person die Karte, damit alle den Rabatt erhalten.

Dogenzaka Church (Shibuya)

Staff dressed in nun outfits and habits serving drinks at the church-themed bar Dogenzaka Church in Shibuya, Tokyo.
In der Dogenzaka Church dreht sich alles ums Thema Kirche. Dich empfangen und bedienen Mitarbeitende im Nonnen-Cosplay, während von einem DJ-Pult auf der Kanzel Techno dröhnt. Das ist eines der surrealsten und «Instagram-tauglichsten» Erlebnisse im Nachtleben von Shibuya.
  • Die Atmosphäre: Eine Bar im Kirchenstil mitten in Shibuya. Das ist ein ziemlicher Kulturschock und einer der coolsten Orte für einen Drink – fast wie im Film.

Girls Bars (der Geheimtipp zum Vorglühen)

  • Der Trick: Viele sind verwirrt, aber diese Bars sind weder illegal noch Orte der Prostitution. Es sind Bars, in denen du dich mit dem Personal unterhältst.
  • Warum hingehen: Wenn du viel trinken kannst, gibt es dort All-you-can-drink-Angebote. In Koenji findest du solche Bars für 700 Yen pro Stunde, in Shinjuku für etwa 2000 Yen. Der perfekte günstige Start in den Abend. Hinweis: Ein bisschen Japanisch hilft! (Manche nehmen auch englischsprachige Gäste.)

Bar 39 (Koenji)

  • Die Atmosphäre: Benannt nach «San-Kyu» (Danke) und geführt vom Rapper Mentos. Hier geht es energiegeladen und urkomisch zu – einer dieser Orte, die du nie vergisst.

Phase 2.5: Das Extreme und der Underground

Tokio mag vorhersehbar wirken, doch wenn du länger bleibst, entdeckst du die verborgenen Subkulturen, die die Stadt einzigartig machen. Jenseits der üblichen Izakayas eröffnet sich eine intensive Welt der verrücktesten Dinge, die man in Japan unternehmen kann – und ein radikaler Bruch mit den üblichen gesellschaftlichen Regeln.

Das Extreme & Underground

In Tokios Underground-Szene dreht sich alles um extreme Erlebnisse im japanischen Nachtleben, die sich ganz bestimmten Obsessionen widmen. Du findest energiegeladene Bars, in denen Bodybuilderinnen und Bodybuilder die Gäste dazu anspornen, beim Trinken mitzuhalten, und Bühnen, auf denen Kinbaku (japanische Seilkunst) vor dröhnendem Techno wie physisches Theater aufgeführt wird – zum Beispiel im Decabar.

Wenn du mehr über die Geschichte von Tokios Nachtleben erfahren möchtest, erzählt dir mein Guide zu Yoshiwara von Edos 400 Jahre altem Vergnügungsviertel und davon, was heute noch davon übrig ist.

Der «Endgegner» des Essens

Wenn dir rohes Pferdefleisch zu «einfach» ist, bieten versteckte Lokale kulinarischen Abenteurerinnen und Abenteurern mit starkem Magen etwas Besonderes. Je nach Saison beziehen diese Küchen Zutaten, die den durchschnittlichen Touristen überraschen:

  • Exotische Proteine: Seltene Optionen wie Ratte, Krähe, Affe oder Schildkröte.
  • Grenzüberschreitende Delikatessen: etwa Pferdepenis, Schlangen oder verschiedene Insekten.
  • Regionale Spezialitäten: einzigartige Gerichte wie Shirako (Fischmilch) oder «tanzende Fische», die lebend geschluckt werden.

Diese Kulturschocks sorgen für unvergessliche Erinnerungen. Wenn du wissen willst, wie tief das Kaninchenloch reicht, findest du alle Details zu diesen Orten in meinem ausführlichen Guide zu den verrücktesten Aktivitäten in Japan.

Phase 3: Showclubs & Spektakel

Wenn du einen Abend erleben willst, der sich eher wie eine «Show» anfühlt als wie ein dunkler Club im Keller, geh nach Roppongi.

Tantra (Roppongi)

Glamorous burlesque show and pole dance performance on the main stage at Tantra Tokyo showclub in Roppongi.
Tantra Tokyo gilt als erste Adresse unter den Showclubs in Roppongi. Mit Burlesque auf Weltklasse-Niveau, Pole-Dance und «Modern-Geisha»-Auftritten bietet der Club ein stilvolles und sicheres Nachterlebnis, das auch bei Prominenten beliebt ist – mitten im internationalen Viertel von Tokio.
  • Die Atmosphäre: Das ist Tokios erstklassiger Showclub. Dich erwarten Pole-Dance auf Weltklasse-Niveau, Burlesque und Auftritte im Stil moderner Geishas. Der Club ist stilvoll, sicher und sehr ausländerfreundlich.
  • Wer hierherkommt: Alle möglichen Leute – von Alleinreisenden und Paaren bis hin zu Prominenten wie Aerosmith und den Black Eyed Peas.
  • Mein Tipp: Das ist eine «Artistic Lounge», kein Stripclub und keine Hostessenbar. Hier geht es um die Show und das gehobene Ambiente. Es ist etwas teurer, aber die Qualität ist unvergleichlich.

Phase 4: Die Clubs

Wichtig: In Japan sind manche «Clubs» eigentlich Hostessenbars. Wenn du zu Hip-Hop, Techno oder EDM tanzen willst, halte dich an diese westlich geprägten Locations.

Wenn du elektronische Musik liebst, wirf auch einen Blick auf Rainbow Disco Club, ein Open-Air-Festival an der Küste von Izu, zu dem jedes Jahr viele Clubgänger aus Tokio reisen.

Shinjuku

  • Warp: Deine Adresse für Mainstream-Hits und jede Menge Energie.
  • Zero Tokyo: Der Club befindet sich im neuen Kabukicho Tower und hat derzeit eines der besten Soundsysteme der Welt.
  • DecabarZ: Bekannt für seine «Neo-Kawaii»- und Underground-Ästhetik. Hier sind Touristen und die LGBTQ+-Community sehr willkommen. Je nach Abend läuft eine Mischung aus Techno, Psytrance und Hits aus den 80er- und 90er-Jahren.

Shibuya

  • TK & Camelot: Mainstream, schrill und immer ist etwas los.
  • Red Bar: Eine «clubähnliche» Bar, die bis spät geöffnet hat. Sie ist cooler und intimer als die riesigen Tanztempel.

Phase 5: Das Finale um 4 Uhr

Die meisten denken bei Karaoke an einen Bühnenauftritt, aber in Japan (woher es stammt) ist es vor allem deine private Lounge für die späte Nacht. Die meisten Lokale haben bis 6.00 Uhr geöffnet, und wenn du nach Mitternacht nach dem Tarif «Free Time» (furi-taimu) fragst, ist das mit Abstand die günstigste Art, bis zum Sonnenaufgang weiter Drinks zu bestellen.

Karaoke (Shinjuku & Shibuya)

  • Der Plan: Geh in Kabukicho oder Shibuya in die hohen Türme, von dort hast du die beste Aussicht.
  • Der Deal: Frag immer nach Nomihodai (Getränke à discrétion). Die Drinks werden dir aufs Zimmer gebracht, während du der Skyline deine Songtexte entgegenschmetterst.

Bonus: Der ultimative Kulturschock

Maid-Cafés (Akihabara)

Maid in Akihabara drawing Pikachu with ketchup on an Omurice plate at a Japanese maid cafe, featuring 'moe' style food art and cute table-side service.
Akihabara-Magie! Ich schaue zu, wie eine Maid mit Ketchup ein Pikachu nach Wunsch auf meinen Omurice zeichnet. Tokio bei Nacht hast du erst wirklich erlebt, wenn du in Akiba die «Moe Moe Kyun»-Stimmung erlebt hast.
  • Das Erlebnis: Diese Leute leben in einer völlig anderen Welt. Sie servieren auch Alkohol. Wenn du Tokios verrückteste Seite erleben willst, hol dir hier ein Bier und schau einfach zu, wie sich der Wahnsinn entfaltet.

Wenn du einen entspannten Abend abseits von Shibuya und Shinjuku verbringen möchtest, schau dir meinen Guide für einen Date-Abend in Ikebukuro an.

FAQ zum Nachtleben in Tokio

Wo gibt es Tokios bestes Nachtleben?

Jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter. Shinjuku ist der Platzhirsch: Hier findest du die winzigen Bars von Golden Gai und das neonbeleuchtete Chaos von Kabukicho. Shibuya ist eher jung und voller Clubs, Roppongi zieht Expats und grosse internationale Clubs an, und im Westen rund um Koenji und Asagaya gehen Einheimische in günstige Izakaya mit viel Charakter.

Ist das Nachtleben in Tokio sicher?

Tokio ist eine der sichersten Grossstädte der Welt. Das eigentliche Risiko ist nicht die Kriminalität, sondern sind Schlepper, besonders in Kabukicho und Roppongi. Sie locken Besucher in Bars, wo versteckte Gebühren auf der Rechnung auftauchen. Die Regel ist einfach: Geh niemals mit einem Schlepper mit und lass dich von keinem in ein Lokal führen. Geh nur in Orte, die du selbst ausgesucht hast.

Wie viel kostet ein Abend in Tokio?

Das hängt ganz davon ab, wohin du gehst. Für einen Abend mit Izakayas und Stehbars kannst du mit nur 4’000 bis 7’000 Yen auskommen. In Roppongi oder Shibuya mit Club-Eintritt und Fahrtkosten sind es eher 5’000 bis 8’000 Yen. Da viele kleine Bars nur Bargeld akzeptieren, lohnt es sich, etwa 15’000 bis 20’000 Yen dabeizuhaben.

Verlangen Bars und Clubs in Tokio Eintritt?

Oft ja – und das überrascht viele, die zum ersten Mal hier sind. In vielen Izakayas wird ein kleines u003ciu003eotoshiu003c/iu003e berechnet, ein automatisch servierter Snack zum Platz, der etwa 300 bis 700 Yen kostet. Clubs verlangen meist einen Eintritt von rund 1’500 bis 3’000 Yen, oft inklusive eines oder zweier Getränke. In einigen Bars im Golden Gai kommt eine kleine Sitzgebühr dazu. Frag immer nach, was im Preis inbegriffen ist, bevor du dich hinsetzt.

Ab welchem Alter darf man in Japan legal Alkohol trinken?

In Japan darf man ab 20 Jahren Alkohol kaufen und trinken. Lokale können einen Ausweis verlangen. Nimm deshalb deinen Reisepass oder deine Aufenthaltskarte mit – beide werden akzeptiert.

Gibt man in Tokios Bars und Clubs Trinkgeld?

Nein. Trinkgeld gehört in Japan nicht zur Kultur und kann sogar für Verwirrung sorgen. Du bezahlst den genannten Preis sowie allfällige Eintritts- oder Otoshi-Gebühren. Einen zusätzlichen Betrag musst du nicht geben.

Darf man in Tokio auf der Strasse Alkohol trinken?

Ja. In Japan ist es erlaubt, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Deshalb siehst du oft Leute, die draussen oder in der Nähe von Festivals ein Bier aus dem Convenience-Shop geniessen. Trotzdem solltest du Rücksicht nehmen und in Wohngebieten nicht zu laut sein.

Was zieht man in Tokios Clubs an?

Für einen richtigen Club solltest du dich gepflegt-leger kleiden. Mit Sandalen, Cargoshorts und Sportkleidung wirst du oft abgewiesen. In gehobeneren Clubs reichen Turnschuhe möglicherweise nicht; mit einem Hemd mit Kragen bist du auf der sicheren Seite. In Izakayas und Stehbars gibt es keine Kleiderordnung – dort ist alles erlaubt.

Was bedeutet Nomihoudai?

Nomihoudai ist ein All-you-can-drink-Angebot, meist zu einem Festpreis für einen festgelegten Zeitraum von etwa 90 Minuten bis zwei Stunden. Es ist in Izakayas sehr beliebt und die günstigste Möglichkeit, viel zu trinken. Die Auswahl des Hauses ist allerdings begrenzt, und oft gibt es eine letzte Bestellrunde, kurz bevor die Zeit abläuft.

Was ist Golden Gai?

Golden Gai ist ein Gewirr schmaler Gassen in Shinjuku mit mehr als zweihundert winzigen Bars, von denen viele nur Platz für eine Handvoll Gäste bieten. Jede hat ihr eigenes Thema und ihre Stammgäste. Es ist einer der stimmungsvollsten Orte der Stadt, um etwas trinken zu gehen – auch wenn manche Bars eine kleine Platzgebühr verlangen oder lieber ihre Stammgäste bedienen.

Wie lange geht Tokios Nachtleben, und was mache ich, wenn ich den letzten Zug verpasse?

Das Nachtleben geht bis zum Morgengrauen. Die Züge fahren etwa um Mitternacht nicht mehr und sind gegen 5 Uhr wieder unterwegs. Ein Abend in Tokio endet also entweder vor dem letzten Zug oder geht bis zum ersten weiter. Wenn du ihn verpasst, sitzt du nicht fest: Verbring die Zeit in einer Bar, die bis spät geöffnet hat, in einem Karaoke-Raum, einem Internetcafé oder einem Kapselhotel – oder nimm ein Taxi, das zuverlässig, aber in der ganzen Stadt ziemlich teuer ist.

Muss man in Tokios Bars bar bezahlen, und kommt man mit Englisch weiter?

In vielen kleinen Bars, besonders in Golden Gai, wird nur Bargeld akzeptiert. Heb also vorher Yen an einem Geldautomaten von 7-Eleven ab – dort funktionieren ausländische Karten zuverlässig. In Roppongi und den wichtigsten Touristengebieten gibt es meist englische Menüs oder englischsprachiges Personal. In Kabukicho solltest du Bars meiden, die mit einem Menü für Ausländer winken: Das ist oft ein Zeichen für überhöhte Touristenpreise.

Was ist ein Tachinomi oder eine Stehbar?

Ein Tachinomi ist eine Stehbar, in der du am Tresen im Stehen trinkst, statt dich hinzusetzen. Diese Bars sind günstig, unkompliziert und gesellig, gehören zum Feierabend einfach dazu und eignen sich bestens als erste Station für eine Bar-Tour durch Tokios Nachtleben.

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