Tokyo Skytree seen through cherry blossom branches against a clear blue sky in Sumida Park
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Tickets für den Tokyo Skytree: Preise und warum du reservieren solltest

10 min read

Stell dir das vor: Es ist ein klarer Dezembernachmittag. Nach einem Vormittag in Asakusa kommst du endlich beim Tokyo Skytree an – und der gewünschte Termin zum Sonnenuntergang ist ausverkauft. Der nächste freie Einlass ist erst nach Einbruch der Dunkelheit, und die Schlange für Tickets am selben Tag reicht schon weit zurück. Das ist der häufigste Fehler beim Skytree-Besuch und lässt sich ganz einfach vermeiden. Wenn du zu einer bestimmten Zeit hinaufmöchtest, besonders zum Sonnenuntergang, solltest du online im Voraus ein Ticket mit Datum und Zeitfenster buchen. Das ist günstiger, als das Ticket erst vor Ort zu kaufen, und du musst kaum warten.

Hier erfährst du alles Wichtige: was die beiden Aussichtsplattformen unterscheidet, was die Tickets kosten, warum sich eine Reservierung lohnt, wann die beste Besuchszeit ist und ob sich der Skytree im Vergleich zu Tokios anderen Aussichtspunkten lohnt.

Ich bin ganz hinauf zur Tembo Galleria gegangen, dem höchsten Punkt des Turms. Mein einziger Tipp: Reserviere im Voraus, besonders für die oberste Plattform. Für die Galleria gibt es weniger Tickets als für die Hauptplattform, deshalb ist sie schnell ausverkauft.

Der Tokyo Skytree in Zahlen (und warum seine Höhe ein Wortspiel ist)

Der Tokyo Skytree wurde im Mai 2012 eröffnet und ist 634 Meter hoch. Damit ist er der höchste Turm der Welt und das höchste Bauwerk Japans. Die Zahl wurde bewusst gewählt: Auf Japanisch lässt sich 6-3-4 als «mu-sa-shi» lesen. Musashi ist der alte Name der Provinz, die Tokio umfasste. Die Höhe ist also ein kleines Wortspiel mit der Geschichte der Stadt.

Der Turm wurde hauptsächlich als Sendeturm für digitales Fernsehen und Radio gebaut, weil die wachsende Zahl an Wolkenkratzern das Signal des älteren Tokyo Tower schwächer werden liess. Sein Design verbindet moderne Ingenieurskunst mit traditionellen Ideen: Die zentrale Betonsäule funktioniert ein wenig wie der Mittelpfosten (shinbashira) einer fünfstöckigen japanischen Pagode und hilft dem Turm, Erdbeben standzuhalten. Der Grundriss ist dreieckig und geht nach oben hin in einen Kreis über.

Nachts wird der Skytree in verschiedenen Mustern beleuchtet. Die zwei klassischen Varianten heissen «Iki» – ein helles Blau, das für den Geist des alten Edo steht – und «Miyabi», ein Violett, das von Eleganz und Tradition inspiriert ist. An besonderen Tagen siehst du weitere Farben.

Tokyo Skytree rising above the Sumida River with a river cruise boat and cherry blossoms on the bank
Der Tokyo Skytree vom Sumida-Fluss aus – von Asakusa aus bequem zu Fuss erreichbar.

Tembo Deck oder Tembo Galleria: Was brauchst du?

Der Skytree hat zwei Aussichtsplattformen:

  • Tembo Deck (350 Meter): Die Hauptaussichtsplattform erstreckt sich über drei Etagen und ist rundherum von riesigen Fenstern umgeben. Hier findest du Glasbodenfelder, durch die du direkt nach unten schauen kannst, ein Café und ein Restaurant. Für die meisten reicht das völlig aus.
  • Tembo Galleria (450 Meter): Die obere Ebene erreichst du vom Tembo Deck aus mit einem zweiten Lift. Eine spiralförmige, verglaste Rampe windet sich im Turm bis zum höchsten Punkt hinauf: Sorakara Point auf 451,2 Metern. Es fühlt sich an, als würdest du durch den Himmel spazieren, und hier ist es ruhiger als auf der unteren Plattform.

Lohnen sich die zusätzlichen 100 Meter? An einem klaren Tag: ja, vor allem, wenn du gerne fotografierst und das Gefühl erleben möchtest, über der Stadt zu spazieren. An einem bewölkten oder diesigen Tag ist der Unterschied gering und du kannst dir das Geld sparen. Falls noch Tickets verfügbar sind, kannst du die Galleria auch auf dem Tembo Deck dazubuchen. Wenn du aber schon weisst, dass du ganz nach oben möchtest, kauf das Kombiticket im Voraus. Für die Galleria gibt es weniger Tickets, und sie sind zuerst ausverkauft.

Ticketpreise für den Tokyo Skytree

Die Preise hängen von drei Dingen ab: davon, welche Plattform du besuchst, ob es ein Wochentag, ein Wochenende oder ein Feiertag ist und ob du online im Voraus oder erst am Besuchstag kaufst. Die Preise ändern sich gelegentlich, und verschiedene Quellen nennen leicht abweichende Beträge. Schau deshalb vor dem Kauf immer auf der offiziellen Website des Tokyo Skytree nach. Als grobe Orientierung für Erwachsene:

TicketIm Voraus (online)Am selben Tag
Nur Tembo Decketwa 1’800 bis 2’300 Yenetwa 2’100 bis 2’600 Yen
Kombiticket (Tembo Deck + Tembo Galleria)etwa 2’700 bis 3’100 Yenetwa 3’100 bis 3’500 Yen
Zusatz-Ticket für die Tembo Galleria (Kauf auf dem Tembo Deck)etwa 1’000 bis 1’500 Yen, je nach Verfügbarkeit

Das Muster ist immer gleich: Unter der Woche ist es günstiger als am Wochenende, nationale Feiertage gelten wie Wochenenden, und beim Kauf im Voraus sparst du pro Person ein paar hundert Yen. Kinder und Studierende zahlen weniger. Bei einer vierköpfigen Familie reicht die Ersparnis durch eine Buchung im Voraus leicht für ein Mittagessen.

Was ist das Fast Skytree Ticket?

Es gibt auch ein teureres «Fast Skytree Ticket» für ausländische Besucherinnen und Besucher. Damit kannst du am Besuchstag die normale Ticketschlange überspringen. Es kostet deutlich mehr als ein normales Ticket. Wenn du ein paar Tage im Voraus planen kannst, erspart dir ein normales Ticket mit festem Datum und Zeitfenster bereits einen Grossteil der Wartezeit. Das Fast Ticket lohnt sich vor allem, wenn du dich an einem sehr gut besuchten Tag erst kurzfristig entscheidest.

Warum du dein Skytree-Ticket reservieren solltest

Du kannst natürlich auch einfach hingehen und am selben Tag ein Ticket kaufen. An einem regnerischen Dienstagmorgen ist das kein Problem. Es gibt aber vier gute Gründe, im Voraus zu reservieren:

  1. Es ist günstiger. Online-Tickets im Vorverkauf kosten weniger als Tickets, die du am selben Tag kaufst.
  2. Du wählst deine Besuchszeit. Mit einem Ticket für ein bestimmtes Datum und Zeitfenster hast du einen festen Einlass. Besonders die Zeitfenster zum Sonnenuntergang sind zuerst ausverkauft – in der Hochsaison oft schon Wochen im Voraus.
  3. Du wartest weniger lang. Mit einem Ticket aus dem Vorverkauf umgehst du die Schlange am Ticketschalter und gehst zu deiner gebuchten Zeit direkt zum Eingang. Auf den Lift musst du vielleicht noch ein paar Minuten warten, aber nicht in der langen Schlange für Tickets am selben Tag.
  4. In der Hochsaison ist es wirklich voll. Die Golden Week (Ende April bis Anfang Mai), Obon im August, die Neujahrsferien, Weihnachten und sonnige Wochenenden ziehen viele Menschen an. An solchen Tagen können die Tickets für denselben Tag ausverkauft sein.

Wie weit im Voraus solltest du buchen? Der Online-Vorverkauf öffnet einige Wochen vor dem Besuchsdatum; den aktuellen Zeitraum findest du auf der offiziellen Website. Für einen Besuch unter der Woche ausserhalb der Ferien reichen meist ein paar Tage Vorlauf. Für den Sonnenuntergang am Wochenende oder während der Ferien solltest du buchen, sobald du dein Datum kennst.

Noch ein Tipp: Sei etwa 15 bis 20 Minuten vor deinem Zeitfenster da. Der Eingang befindet sich im 4. Stock des Solamachi-Komplexes. Beim ersten Besuch brauchst du einen Moment, um ihn zu finden.

Die beste Zeit für einen Besuch des Tokyo Skytree

Sonnenuntergang: das schönste und beliebteste Zeitfenster

Der magische Moment ist die letzte Stunde vor Sonnenuntergang. Erst siehst du die Stadt im Tageslicht, dann beobachtest du, wie sich der Himmel orange und rosa färbt, bevor unten nach und nach die Lichter Tokios angehen. Buche ein Zeitfenster, das etwa 30 bis 45 Minuten vor Sonnenuntergang beginnt, damit du genug Zeit hast, dich umzusehen. In Tokio geht die Sonne im Dezember etwa um 16.30 Uhr und im Juni etwa um 19 Uhr unter. Prüfe die genaue Zeit für dein Datum.

Morgen: für den Blick auf den Fuji

Der Fuji ist etwa 100 Kilometer entfernt und nur an klaren Tagen zu sehen. Die besten Chancen hast du in den kalten, trockenen Monaten von ungefähr November bis Februar, früh am Morgen, bevor die Luft diesig wird. Im Sommer verbergen die feuchte Luft und der Dunst den Berg oft vollständig.

Nacht: für die Lichter der Stadt

Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich Tokio in ein endloses Lichtermeer. Nachts sind zudem meist weniger Menschen unterwegs als zum Sonnenuntergang. Wenn du Nachtansichten liebst, findest du in meinem Guide zu Tokio bei Nacht weitere Orte.

Diese Zeiten solltest du meiden: sonnige Nachmittage am Wochenende, Feiertage sowie regnerische oder neblige Tage (sonst zahlst du vielleicht dafür, eine weisse Wolke anzuschauen). Wenn möglich, prüfe das Wetter und die Live-Kamera auf der offiziellen Website.

View from the top of Tokyo Skytree over the rooftops of east Tokyo as the light fades
Der Blick von der Spitze des Skytree, wenn es langsam dunkel wird und die Lichter der Stadt angehen.

Anreise und Kombination mit Asakusa

Der Skytree liegt im Stadtbezirk Sumida, östlich des Zentrums von Tokyo. Zwei Bahnhöfe sind in der Nähe:

  • Tokyo Skytree Station an der Tobu Skytree Line, eine Station von Asakusa entfernt.
  • Oshiage Station an den Linien Hanzomon, Asakusa und Keisei. Von Orten wie Shibuya und vom Flughafen Narita gibt es Direktverbindungen.

Vom Senso-ji in Asakusa kannst du auch in etwa 20 bis 25 Minuten zu Fuss gehen und dabei den Sumida-Fluss überqueren. Der Spaziergang ist schön und bietet dir das klassische Fotomotiv des Turms über dem Fluss. So passt der Skytree perfekt als Halt am Nachmittag nach einem Vormittag in Asakusa. Wenn du ganz in die Atmosphäre eintauchen willst, zieh dich vorher passend an: In meinem Guide zum Kimono-Verleih in Asakusa erfährst du, wie es funktioniert. Einen Plan für den ganzen Tag findest du in meiner Route für einen Tag in Tokyo zu Fuss.

Was es am Fuss des Turms sonst noch gibt

Am Fuss des Skytree befindet sich ein ganzer Komplex namens Tokyo Skytree Town. Auch ohne hinaufzufahren, kannst du hier ein paar Stunden verbringen:

  • Tokyo Solamachi: ein grosses Einkaufszentrum mit Hunderten von Geschäften und Restaurants sowie einer Food-Etage mit japanischen Snacks und Souvenirs.
  • Sumida Aquarium: ein modernes Aquarium im Komplex, bekannt für seine Pinguine und Quallen. Gut für Regentage.
  • Planetarium: das Konica Minolta Planetarium «Tenku» mit Vorführungen, die auch ohne Japanischkenntnisse funktionieren.
  • Geschäfte mit Figuren und Charakteren: Der Pokemon Center, Ghibli und weitere Anime-Geschäfte sind bei Familien beliebt. In meinem Guide zu Tokyo mit Kindern findest du weitere Ideen dieser Art.

Lohnt sich der Tokyo Skytree? Skytree und die Alternativen im Vergleich

In Tokyo gibt es mehrere tolle Aussichtspunkte, und jeder hat seine eigenen Stärken:

AussichtspunktHöheStärkeSchwäche
Tokyo Skytree350 / 450 mHöchste Aussicht Japans, an klaren Tagen Blick auf den FujiWeit vom Westen Tokyos entfernt; auf deinen Fotos ist der Skytree nicht zu sehen
Shibuya Skyetwa 230 mFreiluft-Dachterrasse, toller Sonnenuntergang über ShibuyaTickets für den Sonnenuntergang sind sehr schnell ausverkauft
Tokyo Tower150 / 250 mKlassisch, zentral und ikonischNiedrigere Aussicht
Regierungsgebäude der Präfektur Tokyoetwa 200 mEintritt gratis, Ausblick auf ShinjukuAussicht durch Glas, weniger besonderes Erlebnis

Mein ehrliches Fazit: Wenn du die höchstmögliche Aussicht und das Gefühl erleben willst, ganz Tokyo auf einmal zu sehen, lohnt sich der Skytree – besonders an einem klaren Tag und in Kombination mit Asakusa. Wenn du auf deiner Reise nur einen Aussichtspunkt besuchst und im Westen der Stadt übernachtest, passen Shibuya Sky oder das kostenlose Regierungsgebäude vielleicht besser zu deiner Route. Weitere Ideen findest du in meinem Tokyo-Reiseführer.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich Tickets für den Tokyo Skytree im Voraus buchen?

Nicht unbedingt, aber es ist empfehlenswert. Tickets im Vorverkauf sind günstiger, sichern dir ein festes Zeitfenster und ersparen dir die Warteschlange vor Ort am selben Tag. Für den Sonnenuntergang, an Wochenenden und Feiertagen solltest du unbedingt im Voraus buchen.

Wie viel kostet der Tokyo Skytree?

Für Erwachsene kostet der Eintritt zum Tembo Deck etwa 1’800 bis 2’600 Yen und zu beiden Decks etwa 2’700 bis 3’500 Yen. Der Preis hängt vom Tag und der Buchungsmethode ab. Die aktuellen Preise findest du auf der offiziellen Website.

Lohnt sich die Tembo Galleria?

An klaren Tagen ja – wegen des spiralförmigen Glaswegs und der höchsten Aussicht. An bewölkten Tagen reicht das Tembo Deck allein.

Wie viel Zeit solltest du für den Tokyo Skytree einplanen?

Für die Aussichtsplattformen etwa 1 bis 1,5 Stunden, mit der Galleria und etwas mehr Zeit rund 2 Stunden. Wenn du Solamachi oder das Aquarium besuchen möchtest, solltest du mehr Zeit einplanen.

Kann man vom Tokyo Skytree aus den Fuji sehen?

Ja, an klaren Tagen, am häufigsten an Wintermorgen. Im Sommer verschwindet er oft im Dunst.

Was ist besser: Tokyo Skytree oder Tokyo Tower?

Vom Skytree aus ist die Aussicht höher und eindrücklicher. Der Tokyo Tower liegt zentraler und ist das klassischere Wahrzeichen der Stadt. Viele sagen, die beste Aussicht gebe es vom Skytree – den besten Blick auf den Tokyo Tower aber von anderswo.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch des Tokyo Skytree?

Kurz vor Sonnenuntergang, damit du bei einem Besuch den Blick bei Tag und Nacht geniessen kannst, oder an klaren Wintermorgen mit Blick auf den Fuji.

Buche dein Zeitfenster, prüfe das Wetter und verbinde den Skytree mit einem Spaziergang durch Asakusa und entlang des Sumida-Flusses. So wird der höchste Turm der Welt zum Höhepunkt deines Tages und nicht zur längsten Warteschlange. Wenn du im Sommer dort bist, wirf auch einen Blick auf das Sumidagawa-Feuerwerksfestival, das genau in dieser Gegend stattfindet.

Autor

  • maxintokyo

    Max lebt in Tokyo, wo er Informatik studiert und auf Reisen weiterhin die Welt erkundet. Sein Interesse an Kulturen rund um den Globus hat sowohl seinen persönlichen als auch seinen akademischen Weg geprägt. Seinen Bachelor- und Masterabschluss machte er in der Schweiz. Danach verbrachte er als Austauschstudent ein Jahr in Südkorea. Später absolvierte er ein Masterprogramm an der Waseda University in Japan, wo er sein Fachwissen vertiefte und seinen internationalen Horizont erweiterte.
    Heute arbeitet Max in Tokyo als Senior Software Engineer in einer anspruchsvollen Position im Banken- und Finanzsektor. In seiner Arbeit verbindet er technisches Problemlösen mit Branchenkenntnissen. Er hat mehr als dreissig Länder bereist und bringt dadurch wertvolle praktische Erfahrungen in seine Projekte ein.

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