Offenlegung: Meine Verlobte und ich wurden im Rahmen einer gesponserten Instagram-Kooperation zum Essen ins VinIX eingeladen. Dieser Blogbeitrag war nicht Teil der Vereinbarung, und alle hier geäusserten Meinungen sind meine eigenen. Mehr darüber, wie ich mit Marken zusammenarbeite, erfährst du in meiner Offenlegung.

Wenn du durch die vornehmen Strassen von Roppongi oder Motoazabu schlenderst und nach einem Essen suchst, das weit über das Übliche hinausgeht, könntest du glatt an einem der bestgehüteten Geheimnisse Tokios vorbeilaufen. Kürzlich wurden meine Verlobte und ich zu einem Abendessen eingeladen, das unseren Gaumen herausforderte und unsere Erwartungen an Fusionsküche in Japan neu definierte. Der Ort? Azabu French × Aged Beef Yakiniku Restaurant VinIX.
Den Tresor finden

Seien wir ehrlich: Das VinIX zu finden, gehört zum Abenteuer. Es liegt in Motoazabu, in einer ruhigen, vornehmen Ecke, nur einen Katzensprung von den geschäftigen Roppongi Hills entfernt. Selbst mit GPS ist es nicht ganz einfach, denn das Restaurant befindet sich versteckt im Untergeschoss B1 des Gebäudes Hillpoint Motoazabu.
Der Eingang ist schlicht und unauffällig, was die «Speakeasy»-Atmosphäre noch verstärkt. Halte Ausschau nach dem minimalistischen Schild. Ich habe ein Foto der Speisekarte und des Ambientes beigefügt, damit du den Ort leichter erkennst. Sobald du ins Untergeschoss hinuntergehst, weicht die kühle Tokionacht einem intimen, luxuriösen Rückzugsort.
Das Wortspiel: Warum «VinIX»?
Bevor wir uns dem Essen widmen, verdient der Name selbst eine Erwähnung. Er ist ein cleveres, mehrsprachiges Wortspiel. Auf Japanisch wird «Vin» oft ähnlich wie bin (Bank) ausgesprochen, und «IX» steht für die römische Zahl 9. Zusammen ergibt das ein Wortspiel mit «Banque» (Bank). Das Thema ist nicht bloss Dekoration: Es zieht sich durch das ganze Erlebnis – von der Einrichtung bis zur Präsentation der Speisen.
Eine Reise durch die Speisekarte
Der «Latour Course», den wir genossen haben, war eine Meisterklasse darin, französische Technik mit japanischen Zutaten von höchster Qualität zu verbinden.
«Scambino» (Tatar vom Tamura-Wagyu)

Das Essen begann mit einer kleinen Inszenierung, die mir unglaublich gut gefiel. Der Koch bereitete das Steak-Tatar direkt vor unseren Augen mit einem Fleischwolf zu. Zu sehen, wie das Tamura-Wagyu am Tisch in ein frisches Tatar nach französischer Art verwandelt wurde, war fantastisch. Die Frische war unvergleichlich, und das reich marmorierte Rindfleisch zerging sofort auf der Zunge. Damit lag die Messlatte für den restlichen Abend hoch.
Austern-Beignets mit Zitronensalz-Sauce

Als Nächstes kamen die Austern-Beignets. Da ich bei Meeresfrüchten ziemlich wählerisch bin, waren sie eine echte Offenbarung. Die Austern schmeckten unglaublich frisch und waren von einem leichten, knusprigen Teig umhüllt. Die Zitronensalz-Sauce sorgte für genau die richtige Säure und brachte das Gericht zum Strahlen. Austern in Japan sind einfach grossartig!
Hausgemachte Consommé (im Siphon zubereitet)

Das war wohl der «wissenschaftlichste» Teil des Menüs. Die Suppe wird mit einem Siphon zubereitet, einer Methode, die sonst meist für hochwertigen Kaffee verwendet wird. So entsteht ein tiefes, konzentriertes Rindfleischaroma, während die Brühe kristallklar bleibt. Sie war warm, wohltuend und sah beeindruckend aus.
Die Fleischauswahl: Zunge und Hirsch
Im Mittelpunkt unseres Menüs im VinIX stand ein faszinierender Wechsel zwischen klassischen Premiumstücken und seltenem japanischem Wild.
Gegrillte, dick geschnittene und hausgereifte Rinderzunge

Ezo-Hirsch-Roti mit Roter Bete

Foie-gras-Saikyo-yaki

Dieses Gericht bringt die Philosophie «Frankreich trifft Japan» perfekt auf den Punkt. Durch die Verwendung von Saikyo-yaki (einer traditionellen Miso-Marinade nach Kyoto-Art) wurde die Reichhaltigkeit der Foie gras mit einer dezenten Umami-Süsse ausbalanciert. Dazu gab es Wermutschaum, der für einen raffinierten, luftigen Abschluss sorgte.
Der Hauptgang: «Tresor»

Passend zum «Bank»-Thema wurde unser Hauptgang, gegrilltes, im Haus gereiftes Wagyu, in einem Tresor (einem Safe oder einer Schatzkiste) an den Tisch gebracht. Als wir die Box öffneten und das perfekt gegarte Wagyu zum Vorschein kam, fühlte es sich an, als hätten wir einen echten Schatz gefunden. Dazu gab es saisonales Gemüse und eine kräftige Madeira-Sauce, die die französischen und japanischen Elemente wunderbar verband.
Das Brot: eine europäische Überraschung

Ich muss etwas gestehen: Normalerweise bin ich kein Fan von Brot in Tokio. Selbst in gehobenen Restaurants fehlt ihm oft die Kruste, die Textur oder die «Seele», die man aus Europa kennt. VinIX ist jedoch eine Ausnahme.
Beide Brotsorten waren fantastisch. Hier versteht man die europäische Backtradition ganz offensichtlich: Die Kruste stimmte, die Krume war perfekt und das Brot eignete sich ideal, um die verschiedenen Saucen des Abends aufzunehmen. In Japan findet man selten einen Ort, an dem Brot mit so viel Respekt behandelt wird.
Das grosse Finale: Dessert und Kaffee

Zur Erfrischung des Gaumens gab es ein Sorbet der Saison, gefolgt von einem Chou à la crème nach VinIX-Art mit Erdbeere und Pistazie.
Der Höhepunkt der Mignardise (kleinen Süssigkeiten) war ein Schokoladen-Minz-Macaron. Macarons stammen zwar aus Frankreich, doch die Geschmacksrichtung «Choco-Mint» ist in Japan in den letzten Jahren ziemlich ikonisch und angesagt geworden. Ein verspielter, erfrischender Abschluss für ein so üppiges Essen. Zum Schluss gab es perfekt gebrühten Kaffee, während wir überlegten, was für ein einzigartiges Erlebnis wir gerade gehabt hatten.
Häufig gestellte Fragen
Wo befindet sich das VinIX?
Das VinIX liegt in Motoazabu im Zentrum Tokios, im Untergeschoss (B1) des Gebäudes Hillpoint Motoazabu – in einer ruhigen, gehobenen Ecke zwischen Roppongi und Azabu. Der diskrete Eingang unterstreicht das Speakeasy-Flair.
Was für ein Restaurant ist das VinIX?
Es ist ein kleines Fine-Dining-Restaurant mit französischer Küche und erstklassigen japanischen Zutaten, besonders gereiftem Wagyu. Das Menü verbindet französische und japanische Einflüsse und wird mit Inszenierungen wie Tatar am Tisch und einem verschlossenen Tresor ergänzt.
Was bedeutet der Name VinIX?
Der Name ist ein mehrsprachiges Wortspiel. Auf Japanisch klingt «Vin» wie «bin» (Bank), und IX ist die römische Zahl 9 – zusammen ergibt das ein Spiel mit «Banque» (Bank). Das Bankthema zieht sich durch das ganze Erlebnis, von der Einrichtung bis zur Präsentation der Speisen.
Was ist das Latour-Menü im VinIX?
Das Latour-Menü ist eines der mehrgängigen Degustationsmenüs im VinIX. Es zeigt eindrücklich, wie französische Kochtechnik und japanische Zutaten von höchster Qualität in einer Reihe sorgfältig komponierter Gerichte zusammenfinden.
Welche Gerichte im VinIX sind besonders empfehlenswert?
Zu den Höhepunkten unseres Menüs gehörten ein Tamura-Wagyu-Tatar, das am Tisch mit einem Fleischwolf zubereitet wurde, Austern-Beignets mit Zitronensalz-Sauce, eine im Siphon zubereitete Consommé, gereifte Rinderzunge und Ezo-Hirsch-Rôti, Foie gras nach Saikyo-yaki-Art sowie das hausgereifte Wagyu des Hauses, das in einer Schatzkiste präsentiert wurde. Das Menü richtet sich nach der Saison, daher kann deine Auswahl anders ausfallen.
Braucht man für das VinIX eine Reservation?
Ja. Da das Restaurant klein und gehoben ist, empfiehlt es sich sehr, im Voraus zu reservieren, statt am Abend einfach vorbeizukommen.
Ändert sich das Menü im VinIX?
Ja. Die Gerichte richten sich nach der Saison. Einzelne Speisen wie das Austern-Beignet, der Ezo-Hirsch oder die Siphon-Consommé können deshalb je nach Besuchszeit variieren.
Ist VinIX teuer?
VinIX ist ein gehobenes Restaurant für besondere Anlässe und bietet mehrgängige Degustationsmenüs wie den Latour Course. Die Preise entsprechen dem Niveau der Zutaten und des Erlebnisses.
Mein Fazit: Ein neuer Lieblingsort im Herzen Tokios
VinIX ist nicht einfach ein Restaurant, sondern ein verborgenes Reich kulinarischer Handwerkskunst. Vom spektakulär am Tisch zubereiteten Tatar aus dem Fleischwolf bis zum Moment, in dem das gereifte Wagyu in einer «Schatzkiste» präsentiert wird: Jedes Detail ist sorgfältig darauf ausgelegt, zu überraschen und zu begeistern. Wenn du ein romantisches Restaurant für einen besonderen Jahrestag oder Geburtstag suchst oder einfach erleben möchtest, wie erstklassige französische Kochkunst japanisches, gereiftes Rindfleisch auf ein neues Niveau hebt, solltest du dieses Schmuckstück im Untergeschoss in Motoazabu unbedingt entdecken.
Eine persönliche Anmerkung zum Erlebnis
Ich möchte gegenüber meinen Leserinnen und Lesern transparent sein: Meine Verlobte und ich wurden im Rahmen einer bezahlten Kooperation für meinen Instagram-Kanal zum Essen eingeladen. Dieser Blogbeitrag ist jedoch nicht Teil der Vereinbarung. Ich schreibe diese ausführliche Rezension ganz aus eigenem Antrieb, weil ich wirklich finde, dass VinIX ein aussergewöhnliches Restaurant ist, das mehr Aufmerksamkeit verdient.
Tatsächlich kann ich nach einiger Zeit in Tokio mit gutem Gewissen sagen: Das war eines der besten Essen, seit ich hierhergezogen bin.
Mehr als gutes Essen: Atmosphäre und Service
<pDie Aromen waren erstklassig, doch die Atmosphäre und das Team machten den Abend erst richtig besonders. Was mir in Japan oft fehlt, ist eine wirklich persönliche Note im Service. Die japanische Gastfreundschaft (omotenashi) ist zwar für ihre Höflichkeit und Effizienz bekannt, kann aber manchmal etwas formell oder einstudiert wirken.Im VinIX waren die Kellner unglaublich freundlich und brachten eine herzliche, persönliche Atmosphäre an den Tisch, sodass wir uns wirklich willkommen fühlten. Sie schafften es grossartig, das «Bank»-Thema spielerisch einzubinden, ohne dass es aufgesetzt wirkte. Es fühlte sich an, als würden wir mit Menschen essen, die wirklich stolz auf das waren, was sie servierten.
Gut zu wissen
Bitte beachte, dass die Gerichte, die ich hier beschrieben habe – das Austern-Beignet, der Ezo-Hirsch und die Siphon-Suppe – nur eine Auswahl unseres Menüs waren. Das Menü im VinIX ist saisonal und kreativ, deshalb erwarten dich vielleicht andere, ebenso grossartige Überraschungen.
Und noch ein kurzer Hinweis zur Planung: Da das Lokal so intim und exklusiv ist, würde ich dir unbedingt empfehlen, für eine Reservation direkt dort anzufragen. Wir wissen nicht, ob spontane Besuche möglich sind. Angesichts des Aufwands für das gereifte Fleisch bist du aber auf der sicheren Seite, wenn du im Voraus buchst – so bekommst du bestimmt einen Platz im «Tresor».
Wenn du nach diesem Beitrag Lust auf weitere authentische kulinarische Erlebnisse bekommen hast, empfehle ich dir, meinen vollständigen Guide zur japanischen Küche anzuschauen. Darin findest du weitere meiner Lieblingslokale in der Stadt!
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