tourist holding smartphone in tokyo
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eSIM oder Pocket-WiFi in Japan: Was passt besser?

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In Japan wirst du dein Handy für alles brauchen: Google Maps, Zugverbindungen, Restaurantbewertungen, Übersetzungen, zum Bezahlen mit Mobile Suica und um nachts dein Hotel zu finden. Eine der ersten Fragen bei der Reiseplanung ist deshalb, wie du online bleibst. Die zwei wichtigsten Optionen sind eine eSIM oder ein Pocket-WiFi-Router; als dritte Möglichkeit gibt es eine physische SIM-Karte. Ich habe drei Jahre in Tokio gelebt, und vor der ersten Reise werde ich besonders oft danach gefragt.

In diesem Guide vergleiche ich die Optionen ganz offen: Preise, Netzabdeckung, Akku, das Teilen mit Freunden und welche Handys funktionieren. Kurz gesagt: Für die meisten Reisenden ist eine eSIM heute die einfachste und günstigste Wahl. Für Gruppen und Familien ist ein Pocket-WiFi aber nach wie vor sinnvoll.

eSIM oder Pocket-WiFi: die kurze Antwort

  • Allein oder zu zweit mit modernen Handys unterwegs: eSIM.
  • Mit Familie oder Gruppe eine Verbindung teilen: Pocket-WiFi.
  • Du brauchst eine japanische Telefonnummer: eine SIM-Karte oder eSIM mit Rufnummer (selten) – oder du verwendest stattdessen LINE und WhatsApp.
  • Dein Handy ist alt oder an einen Anbieter gebunden: Pocket-WiFi oder eine physische SIM-Karte.
  • Nur kostenloses WLAN: möglich, aber zwischen den Hotspots musst du auf Karten- und Zug-Apps verzichten.

Was ist eine Reise-eSIM?

Eine eSIM ist eine digitale SIM-Karte, die du installierst, indem du einen QR-Code scannst oder in einer App auf einen Link tippst. Du kaufst vor der Abreise einen Datentarif für Japan, richtest ihn zu Hause ein und aktivierst ihn bei deiner Ankunft. Du musst keine Karte abholen und auch nichts zurückgeben. Deine normale SIM-Karte kann im Handy bleiben, sodass du weiterhin SMS-Codes von deiner Bank empfangen kannst.

Die meisten Reise-eSIMs für Japan bieten nur Daten. Du bekommst also keine japanische Telefonnummer, kannst aber über WhatsApp, LINE, FaceTime oder Skype telefonieren und Nachrichten senden. Du kannst eSIM-Tarife für Japan von Yesim vergleichen. Daneben gibt es viele weitere Anbieter wie Airalo, Holafly, Saily und Ubigi.

Typische eSIM-Preise für Japan

TarifÜblicher PreisbereichGeeignet für
1 GB, etwa 7 Tageetwa 3.50 bis 4.50 US-DollarEinen kurzen Zwischenstopp, Karten und Nachrichten
3 GBetwa 7 bis 9.50 US-DollarEin Wochenende oder für alle, die sparsam mit Daten umgehen
10 GB, etwa 30 Tageetwa 16 bis 18 US-DollarEin bis zwei Wochen mit normaler Nutzung
20 GB, 30 Tageetwa 27 US-DollarFür intensive Nutzung und das Hochladen von Fotos
Unbegrenzt, 7 Tageetwa 27 US-DollarVideoanrufe, Streaming und Hotspot für einen Laptop
Unbegrenzt, 30 Tageetwa 60 bis 75 US-DollarLängere Reisen
Ungefähre Preise grosser Anbieter. Die Tarife ändern sich häufig; bei «unbegrenzten» Tarifen wird die Geschwindigkeit nach Erreichen eines täglichen Fair-Use-Limits meist gedrosselt.

Unterstützt mein Handy eSIM?

  • Die meisten iPhones ab iPhone XS und XR, Samsung-Galaxy-Handys ab dem S20 und Google-Pixel-Handys ab dem Pixel 3 unterstützen eSIM. Das gilt auch für viele neuere Handys anderer Marken.
  • Dein Handy muss für andere Anbieter freigeschaltet sein. Wenn du es mit einem Vertrag gekauft hast, frag bei deinem Anbieter nach.
  • Öffne dazu die Einstellungen, tippe auf «Mobilfunk» oder «Mobile Daten» und suche nach «eSIM hinzufügen».
  • Einige Handys, die in bestimmten Regionen verkauft werden, unterstützen keine eSIM. Das gilt zum Beispiel für manche Modelle aus Festlandchina.
Kanazawa Station in Japan
Bahnhof Kanazawa – hier brauchst du eine funktionierende Datenverbindung für Karten und Zugverbindungen

Was ist ein Pocket-WiFi?

Ein Pocket-WiFi ist ein kleiner, tragbarer Router, der unterwegs ein persönliches WiFi-Netzwerk erstellt. Du mietest ihn online, holst ihn am Flughafen ab oder lässt ihn dir ins Hotel liefern. Am Ende der Reise schickst du ihn in einem vorfrankierten Umschlag zurück. Mehrere Personen können sich gleichzeitig verbinden, normalerweise bis zu etwa acht Geräte.

Typische Angaben
Preis pro TagJe nach Anbieter und Tarif von einigen Hundert Yen bis zu etwa 13 US-Dollar pro Tag für unbegrenztes Datenvolumen
AbholungSchalter an den Flughäfen Narita, Haneda, Kansai, Chubu, Fukuoka und New Chitose oder Lieferung ins Hotel
RückgabeIn einem vorfrankierten Umschlag in einen beliebigen Briefkasten werfen oder am Flughafen abgeben
ExtrasPowerbank und Geräteversicherung gegen eine kleine Tagesgebühr
GeräteNormalerweise bis zu etwa 8 gleichzeitig

Du kannst Pocket-WiFi-Angebote für Japan vergleichen und online buchen. Das ist normalerweise günstiger, als das Gerät am Flughafenschalter zu mieten.

eSIM vs. Pocket-WiFi: der vollständige Vergleich

eSIMPocket-WiFi
Kosten für eine PersonGünstigerTeurer
Kosten für eine GruppeJede Person braucht einen eigenen TarifGünstiger, ein Gerät für alle
EinrichtungVor dem Abflug installieren, bei der Landung sofort einsatzbereitAm Flughafen oder im Hotel abholen
RückgabeMuss nicht zurückgegeben werdenMuss zurückgegeben werden, sonst fällt eine Gebühr an
AkkuVerbraucht den Akku deines HandysZusätzliches Gerät, das täglich geladen werden muss
MitnehmenNichts ZusätzlichesEin weiteres Gerät in der Tasche
Wenn ihr euch als Gruppe trenntAlle bleiben onlineNur die Person mit dem Router ist online
Handy-KompatibilitätDu brauchst ein entsperrtes Handy, das eSIM unterstütztFunktioniert mit jedem WLAN-fähigen Gerät
Nutzung mit dem LaptopÜber einen Hotspot, manchmal eingeschränktEinfach direkt verbinden
People waiting at Dentetsu-Toyama Station
Warten am Bahnhof Dentetsu-Toyama

Welches Mobilfunknetz ist in Japan am besten?

In Japan gibt es drei grosse Mobilfunknetze: Docomo, au (KDDI) und SoftBank. In den Städten sind alle schnell und zuverlässig. In den Bergen, auf abgelegenen Inseln und auf Landstrassen haben Docomo und au im Allgemeinen die grösste Netzabdeckung, während es bei SoftBank abseits der Hauptstrecken mehr Funklöcher gibt. Viele Reise-eSIMs nutzen SoftBank, KDDI oder beide Netze. Wenn du eine Rundreise durchs ländliche Japan planst – wie meinen Roadtrip durch Kyushu oder eine Fahrt durch Tottori –, prüfe, welches Netz dein Tarif nutzt.

Physische SIM-Karten und kostenloses WLAN

Physische Prepaid-SIM-Karten für Touristen gibt es weiterhin an Flughafenschaltern, in Automaten und in Elektronikgeschäften wie BIC Camera und Yodobashi. Sie sind praktisch, wenn dein Handy eSIM nicht unterstützt. Die Auswahl ist aber kleiner als früher, und am Flughafen sind die Preise höher.

Kostenloses WLAN gibt es häufig an Flughäfen, Bahnhöfen, in Convenience Stores und in vielen Cafés. Oft musst du dich jedoch mit deiner E-Mail-Adresse registrieren, und sobald du dich entfernst, bricht die Verbindung ab. Die frühere App «Japan Connected-free Wi-Fi» wurde eingestellt. Kostenloses WLAN ist eine gute Ausweichmöglichkeit, ersetzt mobile Daten aber nicht. Dein Konbini ist immer ein zuverlässiger Notfall-Hotspot.

Wie viel Datenvolumen brauchst du in Japan?

NutzungDaten pro TagFür eine 10-tägige Reise
Karten, Nachrichten, Zug-Appsetwa 200 bis 400 MB3 bis 5 GB
Dazu soziale Medien und Fotosetwa 500 MB bis 1 GB5 bis 10 GB
Videoanrufe und Streaming2 GB oder mehrUnbegrenzter Tarif

Navigations-Apps verbrauchen weniger Daten, als die meisten erwarten. Soziale Medien und Videos belasten den Tarif am stärksten. Lade Offline-Karten und Übersetzungen im Hotel herunter, um Daten zu sparen.

Meine Empfehlung

  • Wenn du allein oder zu zweit reist: Hol dir vor der Abreise eine eSIM mit etwa 10 GB für eine Woche bis zehn Tage. Das ist die günstigste und einfachste Option.
  • Familie mit Kindern oder Freundesgruppe: Ein Pocket-WiFi kann günstiger sein. Achte aber darauf, dass die Person, die es dabeihat, bei der Gruppe bleibt.
  • Für Remote-Arbeit oder viele Videoanrufe: eine eSIM mit unbegrenztem Datenvolumen oder ein Pocket-WiFi mit unbegrenztem Datenvolumen.
  • Für Roadtrips im ländlichen Japan: Wähle nach Möglichkeit einen Tarif im Docomo- oder au-Netz.

Planst du den Rest deiner Reise? Schau dir auch meine Guides dazu an, wo du in Tokio übernachten kannst, wie du Shinkansen-Tickets buchst und was eine Japanreise kostet.

Häufige Fragen zu eSIM und Pocket-WiFi in Japan

Was ist in Japan besser: eSIM oder Pocket-WiFi?

Für ein oder zwei Personen mit modernen, SIM-lockfreien Smartphones ist eine eSIM meist die bessere Wahl: Sie ist günstiger, muss weder abgeholt noch zurückgegeben werden, und jede Person bleibt verbunden. Pocket-WiFi eignet sich besser für Gruppen und Familien, die eine Verbindung teilen möchten, oder wenn dein Smartphone eSIM nicht unterstützt.

Wie viel kostet eine eSIM für Japan?

Kleine Pakete mit 1 GB kosten ab etwa 3,50 bis 4,50 US-Dollar. Rund 10 GB für 30 Tage kosten etwa 16 bis 18 US-Dollar, und unbegrenzte Pakete gibt es für eine Woche ab etwa 27 US-Dollar. Die Preise variieren je nach Anbieter und ändern sich häufig.

Haben japanische Reise-eSIMs eine Telefonnummer?

Die meisten nicht. Sie bieten nur Datenvolumen. Über Apps wie LINE, WhatsApp und FaceTime kannst du trotzdem telefonieren und Nachrichten verschicken. Einige Anbieter verkaufen Reise-SIM-Karten oder eSIMs mit einer japanischen Telefonnummer, meist zu einem höheren Preis.

Wann sollte ich meine eSIM installieren?

Installiere den Tarif zu Hause, bevor du losfliegst, solange du WLAN hast. Schalte den Japan-Tarif und das Datenroaming für diese Leitung aber erst ein, wenn du angekommen bist. Bei manchen Tarifen beginnt die Laufzeit schon mit der Installation. Informiere dich deshalb über die Bedingungen deines Anbieters.

Kann ich meine heimische SIM-Karte nutzen, während ich eine eSIM verwende?

Ja, bei Dual-SIM-Handys. Lass deine heimische SIM-Karte für SMS-Codes aktiv, schalte darauf aber das Datenroaming aus, damit dein Anbieter zu Hause keine hohen Gebühren verrechnet.

Wo kann ich in Japan ein Pocket-WiFi abholen?

Die meisten Anbieter haben Schalter oder Abholstellen an den Flughäfen Narita, Haneda, Kansai, Chubu, Fukuoka und New Chitose. Viele liefern das Gerät auch in dein Hotel. Zurückschicken kannst du es normalerweise in einem vorfrankierten Umschlag über einen beliebigen Briefkasten.

Kann ich mein Handy mit einer Japan-eSIM als Hotspot nutzen?

Meistens ja, aber bei manchen Tarifen mit unbegrenztem Datenvolumen ist die Hotspot-Nutzung auf eine bestimmte Datenmenge pro Tag beschränkt. Wenn du einen Laptop verbinden möchtest, prüfe vor dem Kauf die Hotspot-Bedingungen.

Gibt es in Japan kostenloses WLAN?

Ja, an Flughäfen, vielen Bahnhöfen, in Convenience Stores und Cafés. Oft musst du dich aber registrieren, und sobald du weitergehst, bricht die Verbindung ab. Als Backup ist das gut, aber nicht als Hauptverbindung.

Funktioniert mobiles Internet auch auf dem japanischen Land?

Ja, an den meisten Orten, auch in vielen Bergregionen. Auf abgelegenen Inseln und einigen Landstrassen kann es Funklöcher geben. Docomo und au haben im Allgemeinen die grösste Netzabdeckung.

Kann ich Suica auf meinem Handy nutzen?

Ja, auf vielen iPhones und einigen Android-Handys kannst du eine mobile Suica- oder PASMO-Karte in deiner Wallet-App hinzufügen. Das funktioniert unabhängig von deiner eSIM. Zum Aufladen brauchst du aber mobile Daten oder WLAN.

Lohnt sich Roaming über meinen Anbieter zu Hause?

Meistens nicht. Roaming-Pakete europäischer Anbieter sind oft viel teurer als eine lokale eSIM. Informiere dich bei deinem Anbieter, aber in den meisten Fällen ist eine eSIM günstiger.

Mein Fazit

In Japan online zu bleiben, war noch nie so einfach. Für die meisten Reisenden ist eine eSIM, die du vor der Reise installierst, die beste Wahl: günstig, sofort einsatzbereit und du musst nichts zurückgeben. Wenn du mit der Familie oder einer Gruppe unterwegs bist, kann ein Pocket-WiFi trotzdem Geld sparen. Wofür du dich auch entscheidest: Kümmere dich darum, bevor du landest, damit dir dein Handy schon bei der ersten Zugfahrt in die Stadt den Weg weist.

Autor

  • maxintokyo

    Max lebt in Tokyo, wo er Informatik studiert und auf Reisen weiterhin die Welt erkundet. Sein Interesse an Kulturen rund um den Globus hat sowohl seinen persönlichen als auch seinen akademischen Weg geprägt. Seinen Bachelor- und Masterabschluss machte er in der Schweiz. Danach verbrachte er als Austauschstudent ein Jahr in Südkorea. Später absolvierte er ein Masterprogramm an der Waseda University in Japan, wo er sein Fachwissen vertiefte und seinen internationalen Horizont erweiterte.
    Heute arbeitet Max in Tokyo als Senior Software Engineer in einer anspruchsvollen Position im Banken- und Finanzsektor. In seiner Arbeit verbindet er technisches Problemlösen mit Branchenkenntnissen. Er hat mehr als dreissig Länder bereist und bringt dadurch wertvolle praktische Erfahrungen in seine Projekte ein.

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